Wie viele Sharepoint-Entwickler gibt es? Stimmen Microsofts 700.000 – oder sind es nur 180.000?

Yammer_SharepointMicrosoft hat gestern den Kauf des Social-Networking-Anbieters Yammer für 1,2 Milliarden US-Dollar offiziell bestätigt. In einer Pressekonferenz erläuterten Steve Ballmer, Office-Chef Kurt DelBene und Yammer-Chef David Sacks die künftige Verzahnung der Bereiche Collaboration und Enterprise Social Networking (ESN). Dabei unterstrich DelBene unter anderem die Bedeutung der Sharepoint-Plattform für ESN und untermauerte diese mit 700.000 Entwicklern, die auf Sharepoint setzten. Bjørn Furuknap, selbst Sharepoint-Entwickler und Blogger, äußert nun erhebliche Zweifel an dieser Zahl und erläutert in seinem neuen Blog-Beitrag, warum er stattdessen von höchstens 180-200.000 Sharepoint-Entwicklern ausgeht.

Microsoft-Office-Chef Kurt DelBene spricht von 700.000 Sharepoint-EntwicklernBjörn legt bei seiner (teilweise polemischen) Analyse einige andere von Microsoft veröffentlichte Zahlen zugrunde. So startet er seine Berechnung bei 66.000 Kunden und 125 Millionen verkauften Lizenzen, wie sie in der aktuellen Yammer-Infografik aufgeführt sind. Daraus errechnen sich zunächst einmal über 10 Entwickler pro Kunden. Wäre diese Zahl zutreffend, müsste laut Bjørn die Nachfrage nach guten und teuren Sharepoint-Entwicklern sehr gering sein. Das wiederum wiederspreche seinen eigenen Erfahrungen, denn trotz seiner Premium-Positionierung sei er im Markt enorm gefragt.

Verdreifachung bei Entwicklern seit 2009?

Microsoft und YammerAls weiteren Indikator für eine falsche Microsoft Zahl zieht Bjørn die von Ballmer 2009 genannten 125.000 Sharepoint-Professionals heran. Davon seien geschätzt 82.000 Entwickler, aus denen nach einer Verdreifachung heute rund 250.000 Entwickler resultierten. Seinen – spekulativen – Faktor 3 vergleicht er mit dem Zuwachs an Seitenabrufen auf seinem Blog seit 2009, der sich ebenfalls verdreifacht habe. Und diese Korrelation erscheine ihm durchaus plausibel. Am Ende seiner Schätzerei und Rechnerei kommt Bjørn zu dem Schluss, dass Microsofts 700.000 viel zu hoch gegriffen sei – stattdessen hält er 180-200.000 für realistisch.

Wie schätzt ihr die Situation auf dem Sharepoint-Entwicklermarkt ein?

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