Services und noch mehr Hardware-Produkte: Microsoft legt radikal neues Geschäftsmodell offen

mslogo-h_web[1]Microsoft steht auf seinen zentralen Geschäftsfeldern unter hohem Wettbewerbsdruck, vor allem Google und Apple haben den Softwarehersteller in den  letzten Jahren zusehends unter Zugzwang gebracht. Doch die Redmonder wollen sich kämpferisch im Markt behaupten, wie sie anhand aktueller Produktoffensiven wie Windows 8, Surface-Tablets, Office 2013 und einigen anderen Neuheiten unterstreichen. Hinter all dem steckt aber auch ein radikal neues Geschäftsmodell, wie aufmerksame Beobachter nun im öffentlich zugänglichen jährlichen Pflichtbericht an die amerikanische Börsenaufsicht SEC entdeckten. Zudem wurde noch einmal als gemeinsamer Windows8- und Surface-Erscheinungstermin der 26. Oktober bestätigt.

Im Bericht an die Börsenaufsicht “Securities and Exchange Commission” müssen US-Aktiengesellschaften jedes Jahr ausführliche Prognosen über ihr kommendes Geschäftsjahr abgeben. Und das kann recht aufschlussreich sein, wie ZDnet-Blogger Ed Bott im Fall Microsoft herausfand. In seiner Analyse des neuen Berichts findet er einige deutliche Aussagen über die geplanten Schwerpunkte des Geschäftsjahres 2013, die auf einen fundamentalen Wandel im Geschäftsmodell schließen lassen.

Services als Kernpunkt der neuen Microsoft-Strategie

Microsoft SkydriveWährend der Begriff Services laut Bott im Vorjahr nur 44 Mal vorkam, taucht er im neuen Papier 73 Mal auf. Microsoft stellt dabei fest, das Konkurrenten bisher erfolgreicher darin waren, mit Hardware und Software kombinierte Services im Markt zu etablieren. Hier soll nun das Engagement deutlich verstärkt werden, was sich in der Aussage niederschlägt:

“Unser wachsender Fokus liegt auf Geräten und Services. Unsere Strategie beinhaltet Cloud-basierende Dienste, die über Smart-Client-Devices genutzt werden.”

Aktuell lässt sich diese neue Stoßrichtung bereits an zentralen Elementen von Windows 8 und Office 2013 ablesen. Skydrive spielt eine tragende Rolle als Cloud-Speicher in Windows 8, und bei Office 2013 dreht sich alles um die Cloud – überraschenderweise steht nämlich der Office-Begriff nun für die komplette Cloud-Suite Office 365.

Surface alles andere als ein Hobby

Microsoft Surface TabletAuch zur Rolle der neuen Surface-Tablets macht Microsoft klare Statements. Zunächst bestätigt das Unternehmen wie bereits angekündigt den 26. Oktober als gemeinsamen Erscheinungstermin für Windows 8 und die Surface-Tablets. Die mit großem Echo aufgenommenen Geräte wurden bisher von machen Kommentatoren als reine Referenzobjekte für Hardware-Partner interpretiert. Die zugrundeliegende Annahme dabei ist, dass Microsoft auf die Hardwarehersteller als Windows-Vertriebspartner angewiesen ist und deshalb gegen diese nicht ernsthaft mit eigener PC-Hardware konkurrieren möchte. Dieser These widerspricht der SEC-Bericht ziemlich klar, indem Surface explizit als Pfeiler des Ökosystems genannt wird:

”Das Etablieren signifikanter Wachstumseffekte ist notwendig, um nennenswerte Gewinne zu erzielen. Die strategische Bedeutung eines lebhaften Ökosystems wächst im Zuge des Marktstarts von Windows 8, den Surface-Geräten und damit verbundenen Cloud-Diensten. Wir sehen uns hier einem starken Wettbewerb mit Firmen ausgesetzt, die konkurrierende Plattformen, Anwendungen und Services anbieten.”

Dass Surface erst der Anfang weiterer Hardwareaktivitäten ist, kommt später noch einmal zum Ausdruck:

“Wir werden weiterhin in neue Software- und Hardwareprodukte, Services und Technologien investieren – vergleichbar mit von uns entworfenen und hergestellten Geräten wie Surface.”

Der Autor folgert daraus, dass Microsoft massive Marketingaktivitäten ohne Rücksicht auf seine OEM-Partner starten und im nächsten Jahr weitere Hardware nachschieben wird. Generell rechnet er mit Blick auf den forcierten Tonfall des Dokuments mit einem verschärften Innovationstempo, das interessante Neuigkeiten hervorbringen und manche der etablierten Partner überraschen dürfte.

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