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Die optimale Navigation im Intranet finden mit Card Sorting

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Intranet-NavigationOb ein Intranet Akzeptanz bei den Mitarbeitern findet und ausgiebig genutzt wird, hängt unter anderem von der Gestaltung der Navigation, oder auch Informationsarchitektur, ab. Die Navigation sollte den Anforderungen der Nutzer gerecht werden, und das erreicht man idealerweise, indem man sie schon bei der Gestaltung mit einbezieht. Am besten lässt sich das durch Card-Sorting-Workshops mit Probanden aus dem Unternehmen erreichen. (von Thorsten Riemke-Gurzki*)

Mittels Card Sorting kann geklärt werden, welche Navigationspunkte enthalten sein müssen, wie diese benannt werden und wie sie in der Hierarchie der Navigation angeordnet sein sollten. Somit ist das Card Sorting eine der wichtigsten Methoden bei der Konzeption und Evaluierung von Navigationsstrukturen.

Richtiges Vorgehen beim Card Sorting

Card Sorting kann auf verschiedenste Arten durchgeführt werden. Grundlegend wird zwischen einer qualitativen und statistischen Analyse der Ergebnisse unterschieden. Letztere Methode ist mit hohem Aufwand verbunden: Mittels Online-Tools sortiert eine große Zahl von Probanden die Navigationspunkte. Anschließend wird das Ergebnis statistisch ausgewertet. Der qualitative Ansatz versucht durch einfaches Erkennen Muster in den Gruppierungen verschiedener Nutzer zu finden. Dieser Ansatz ist für die meisten Intranets der bessere Weg. Wichtig dabei: Es gibt keinen Card-Sorting Standard. Das Verfahren sollte auf die individuellen Bedürfnisse und Fragestellungen angepasst werden. Das Card Sorting muss mit mehreren Probanden und in mehreren Gruppen durchgeführt werden, um einen Vergleich zu ermöglichen. Ideal sind Gruppen mit sechs bis acht Teilnehmern.

Die Schritte beim offenen Card Sorting:

  1. Bestimmung von Informations- und Anwendungsblöcken der Website (z.B. Impressum, Kontakt, Adressbuch, Suche, Produktinformation xy).
  2. Übertragen der Blöcke auf Karten.
  3. Optional: Probanden können unpassende Begriffe anpassen.
  4. Probanden gruppieren die Karten subjektiv zusammengehörend.
  5. Nach der Gruppierung bilden die Probanden Begrifflichkeiten für die Untermenüpunkte und Hauptmenüpunkte unter denen die Blöcke zu finden sind.
  6. Die Struktur wird gelegt, gepinnt oder aufgeklebt. Empfehlung: Legen auf einem großen Tisch.

Weitere mögliche Varianten

Mögliche variierende Vorgehensweisen sind:

  • Die Menüpunkte werden vorab festgelegt und es werden nur die Blöcke durch Probanden zugeordnet („geschlossenes Card Sorting“).
  • In einem zweiten Durchgang werden die Ergebnisse durch Probanden geprüft.
  • Die Blöcke werden nicht vorab bestimmt. Das Card Sorting wird in einer Gruppe mit gemeinsamen Feedback durchgeführt. („Riemkes Card Sorting“). Es ist damit eine Kombination aus Fokusgruppe und Card Sorting. Besonders geeignet bei Projekten, deren Inhalte noch vage sind.

Darüber hinaus existieren noch zahlreiche weitere Varianten. Bei der Durchführung ist die Moderation entscheidend: Es soll nicht zu stark eingegriffen werden, aber dennoch eine intensive Diskussion der Entscheidungen der Gruppe angeregt werden.

*Thorsten Riemke-Gurzki ist Professor für Web-Technologien, insbesondere Unternehmensportale/Intranet und Usability, im Studiengang Online-Medien-Management an der Hochschule der Medien in Stuttgart.

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