Einführung des neuen Teams-Client: Installations-Optionen, Neuerungen gegenüber Classic und Voraussetzungen

Je nach Lizenz und Update-Channel erhalten immer mehr Anwender nun den neuen Microsoft Teams Client installiert. Für Unternehmen mit verwalteten IT-Umgebungen gibt es dabei Möglichkeiten für einen gesteuerten Rollout. Microsoft bietet für die Teams Client-Installation einen Bulk-Installer, und Admins können den Benutzern über eine Richtlinie einen bestimmten Client vorgeben.

Die markanteste Neuerung beim neuen Teams-Client ist der Umstieg der technischen Basis auf eine Progressive Web App, die auf Edge WebView2 läuft. Das verspricht eine bessere Performance und einen geringeren Ressourcenverbrauch.

Der neue Client ist offiziell seit Oktober 2023 verfügbar. Unternehmen können haben vorerst beim alten Frontend bleiben, oder zwischen den beiden Clients umschalten. Nach dem 31. März 2024 erhalten alle Nutzer den neuen Client, wenn sie diesen bis dahin noch nicht installiert haben.

Neuen interne und ausgelagerte Teams-Funktionen

Seit der Freigabe des neuen Clients erhält die alte App keine neuen Funktionen mehr, diese bleiben dem Nachfolger vorbehalten. Dazu zählen zum Beispiel die Integration von Copilot oder die Kommunikation beziehungsweise Zusammenarbeit über die Grenzen des Tenants hinaus.

Umgekehrt fehlen dem neuen Teams jedoch eine Reihe von Features, oder die Funktionalität ist auf anderem Wege zu bekommen. So kann man im Chat nicht mehr auf die Kontakte zugreifen, dafür ist die neue People-App zuständig. Den Tab Aktivitäten etwa gibt es dort gar nicht mehr.

Eine Übersicht über die Unterschiede zwischen den beiden Teams-Clients bietet die Microsoft-Dokumentation.

Teams Client-Installation mit dem Bulk-Installer durchführen

Microsoft gab kürzlich den Bulk-Installer für Teams frei. Es handelt sich dabei um teamsbootstrapper.exe, ein Tool für die Kommandozeile. Es kann hier heruntergeladen werden.

Das Programm erlaubt die Installation von Teams sowohl online als auch offline. Die spartanische Software bietet keine Hilfeoption und verzichtet bei ihrer Ausführung auf jegliche Ausgabe.

Um das Installations­paket aus dem Internet zu laden, gibt man in PowerShell folgenden Befehl ein:

.\teamsbootstrapper.exe -p

Möchte man die Installations­dateien dagegen lokal vorhalten, dann muss man diese erst herunterladen (MSIX x86MSIX x64ARM64) und dem Tool dann den Weg zur MSIX weisen:

.\teamsbootstrapper.exe -p -o "c:\Verzeichnis\teams.msix"

Alternativ zu einem lokalen Ordner kann man auch einen UNC-Pfad angeben.

Automatisch ausrollen mit PowerShell-Script

Wenn man den neuen Teams-Client etwa mittels Configuration Manager verteilen möchte und dazu den Bulk-Installer nutzt, dann muss man dafür sorgen, dass man immer die neueste Version des Tools einsetzt.

Das PowerShell-Script Install-MSTeams.ps1 erledigt diese Aufgabe automatisch und bietet noch einige zusätzliche Optionen.

Systemvoraussetzungen prüfen

Vor dem Rollout sollte man sich überzeugen, dass auf den Zielgeräten alle Systemvoraussetzungen erfüllt sind. Dazu gehört unter anderem das Aktivieren von App Sideloading über die zuständige Gruppenrichtlinie unter Computer­konfiguration => Richtlinien => Administrative Vorlagen => Windows-Komponenten => Bereitstellung von App-Paketen:

  • Installation aller vertrauenswürdigen Apps zulassen („Allow all trusted apps to install“)
teams client-installation

Gruppenrichtlinie zur Aktivierung von App-Sideloading

Außerdem sollte eine aktuelle Version von WebView2 installiert und die Übermittlungsoptimierung aktiviert sein.

Migration über Richtlinien

Der Rollout des neuen Clients auf alle Geräte bedeutet noch nicht, dass dieser überall sofort aktiv sein muss. Vielmehr können Admins über Policies im Teams Admin Center festlegen, welcher Client als Standard oder ausschließlich zum Einsatz kommt.

Legt man nur einen Default-Client fest, dann haben die User im Classic Client seit der Version 1.6.00.4472 die Möglichkeit, über einen Schalter links oben auf das neue Teams zu wechseln. Dabei wird dieser Client bei Bedarf gleich installiert.

Version des Teams-Clients über Update Policies festlegen

Daneben kann man entweder das neue Frontend deaktivieren oder als exklusive Option festlegen. Entscheidet man sich für die ausschließliche Verwendung des neuen Teams-Clients, dann wird der klassische Client deinstalliert. Deaktiviert man ihn hingegen, dann verschwindet der Schalter zum Wechseln auf das neue Programm im klassischen Teams.

Diese Richtlinien geben Admins die Möglichkeit, den Rollout zu staffeln. So könnte man erst einer Pilotgruppe den neuen Client als Standard oder exklusive Option vorgeben und dann weitere Benutzergruppen nach und nach umstellen.

Diese Policies kann man alternativ auch über PowerShell abfragen und ändern. Das Teams-Modul enthält dazu folgende Cmdlets

  • Get-CsTeamsUpdateManagementPolicy
  • Set-CsTeamsUpdateManagementPolicy

Letzteres verlangt den Namen der Richtlinie für den Parameter Identity, die verfügbaren Einstellungen kann man über die Auto­vervollständigung durchlaufen:

Set-CsTeamsUpdateManagementPolicy -Identity Global `
-AllowPublicPreview $false

Vorhandene Richtlinien für das Teams-Upgrade und deren Einstellungen mit PowerShell abfragen

Zusammenfassung

Der neue Teams-Client bringt erhebliche Änderungen für Endbenutzer und Admins. Nachdem er schon einige Monate verfügbar ist und ihm alle Neuerungen vorbehalten bleiben, müssen sich Unternehmen mit einer Migration auf das neue Frontend beschäftigen.

Microsoft stellt für den Rollout des neuen Teams einen Bulk-Installer zur Verfügung, der das MSXI-Installationspaket entweder lokal oder aus dem Internet abrufen kann. Anschließend lässt sich über Richtlinien festlegen, welcher Client auf welchen Rechnern zum Einsatz kommen soll.

(Der Originalbeitrag ist auf Windowspro.de erschienen.)

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