Intranet-Design: Lohnt sich aufwändiges Branding, oder reichen Standard-Vorlagen?

Wie wichtig ist heute noch ein individuelles Design im Intranet? Lohnt sich ein aufwändiges Branding gemäß der Firmen-CI, oder reichen die Standardvorlagen plus ein paar Farbanpassungen, wie das beispielsweise das SharePoint Modern UI anbietet? Sam Marshall hat einige Überlegungen dazu formuliert, die ich hier zusammenfasse.

Minimalismus liegt im Trend

Während früher viele Intranet-Einführungen von großen und teuren Web-Design-Projekten begleitet wurden, geht der Trend seit einiger Zeit in die entgegengesetzte Richtung zu eher minimalistischer Gestaltung. Viele Intranet-Manager geben sich heute mit Logo und etwas Schrift- und Farbgestaltung zufrieden, während man mehr Augenmerk auf publizierte Inhalte und Bebilderung legt.

Im SharePoint-Bereich gibt es zwei Hauptgründe für diese Tendenzen: Aufwändige Anpassungen führten in der alten SharePoint-Architektur meist zu Update-Problemen, sobald Microsoft mit einer neuen Server-Version auf den Markt kam. Mit der neuen SharePoint Modern UI haben sich die Rahmenbedingungen derart verändert, dass einfache Änderungen leicht zu bewerkstelligen sind, während es bei größeren Änderungen hingegen schnell wieder zu komplex wird.

Kann man auf Logo und Marke ganz verzichten?

Viele Leute argumentieren, dass es im Intranet in erster Linie auf die Inhalte ankomme. Oft wird eine Analogie zu Outlook und Word gezogen, die man auch nicht „brandet“. Als Kompromisshaltung wären die Beispiele Yammer und Facebook Workplace anzuführen, wo Hersteller-Marke und Unternehmens-Marke oft koexistieren.

Wann der Markenauftritt trotzdem wichtig ist

Es gibt drei Szenarien, wo die Gestaltung im Stil der Corporate Identity Sinn ergibt:

  1. Eine neue Unternehmens-Identität: Wenn sich das Unternehmen stark gewandelt hat, etwa nach Übernahmen, kann das Intranet ein wichtiges Medium für die Kommunikation der neuen Identität sein.
  2. Wo Mitarbeiter weit weg sind von der Marke: Externe Mitarbeiter, Zeitarbeiter oder Franchise-Partner repräsentieren zwar die Marke, haben aber oft wenig Bezug dazu. Ein Intranet, das die Marken- und Unternehmenswerte präsentiert, kann die Identifikation verbessern. Das gelingt vor allem beim Einsatz von Apps, mit denen viele Externe per Mobilgerät den Kontakt zum Unternehmen haben.
  3.  Eine Marke kann den digitalen Arbeitsplatz definieren: Seit einiger Zeit wird eifrig debattiert, was genau ein Intranet ist. Zunehmend kristallisiert sich dabei heraus, dass sich das nicht nur auf das interne Kommunikationsnetz beschränken muss, sondern dass es auch die Tools des digitalen Arbeitsplatzes mit Teams, SharePoint, Yammer und anderen Werkzeugen umfassen kann.

Intranet-Branding versus Unternehmens-Branding

Der Intranet-Markenauftritt sollte konsistent sein mit dem Unternehmens-Auftritt, aber nicht identisch. Eine Empfehlung der Nielsen-Norman-Group besagt, dass ein zu nah an der Unternehmens-Website angelegtes Design falsche Erwartungen und Irritationen schüren könnte.

Ein guter Mittelweg ist der Einsatz des Firmenlogos in Verbindung mit einem Intranet-Namen. Oder man verwendet visuelle Elemente des Unternehmens, und verzichtet auf das Logo. In jedem Fall gilt: Wenn das Intranet den Charakter des Unternehmens widerspiegelt, verleiht das auch dem Content den Bezug zur Marke und erfüllt damit das Ziel des Intranet.

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