Doch kein MS Office für das iPad? DelBene speist Analysten mit ausweichenden Antworten ab

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Office auf dem iPadEigentlich sollte Microsoft Office für das iPad in Kürze erscheinen. Das zumindest verkündeten die üblichen gut informierten Kreise noch im November mit sehr echt wirkenden Hinweisen. Doch mit seinen jüngsten Äußerungen verpasste Office-Chef Kurt DelBene solchen Gerüchten einen herben Dämpfer. Auf einer Technologiekonferenz von Morgan Stanley gab er auf eine entsprechende Frage nur ausweichende Antworten.

Zuletzt hatte Tom Warren von TheVerge im November gemeldet, dass Office sowohl für iOS wie für Android fast fertig seien und im März erscheinen sollen. Ein aktueller Reuters-Bericht von heute spricht jedoch eine ganz andere Sprache. Auf die Frage, wann Office für iOS verfügbar sein werde, gab DelBene nur eine ausweichende Antwort: “Wir haben vieles getan im Bereich der iOS-Geräte, und wir haben in der Partnerschaft mit Apple die Office Web Apps grundlegend erweitert.” Er sagte weiter, dass Microsoft das Thema nicht unter dem Gesichtspunkt betrachte, ob PC-Software auf jedem verfügbaren Gerät laufen müsse, sondern vielmehr: “Was ist aus unserer Sicht das adäquate Benutzererlebnis auf diesen Geräten.” Für mich heißt das im Klartext soviel wie: “Office Web Apps sind gut genug für das iPad, eine Office-Portierung halten wir nicht für notwendig.”

Klare Office-Strategie für Surface

Das ganze sieht nach einer sehr politischen Strategie aus, die offenbar auch mit der Einführung der eigenen Hardware in Zusammenhang steht. Diesen Schluss lässt zumindest eine weitere Aussage zu. Gefragt von einem Investor, wann er denn Excel auf seinem iPad einsetzen könne, antwortete der Microsoft-Manager, dass es ja inzwischen Surface RT und Surface Pro gebe, und er ansonsten ja die Web Apps nutzen könne.

Erst vor wenigen Wochen hatte ein Morgan-Stanley-Analyst berechnet, dass Microsoft mit einem Office für das iPad rund 2,5 Milliarden Dollar zusätzlich einnehmen könnte. Allerdings ginge Microsoft damit das Risiko ein, die Attraktivität der eigenen Tablet-Geräte zu schmälern.

Dass hinter verschlossenen Türen in Redmond trotzdem ein iOS-Office existiert, halte ich übrigens durchaus für plausibel. Auch in früheren Plattformkriegen beispielsweise gegen OS/2 oder Linux gab es immer wieder Hinweise auf Portierungen. Dabei verstand es Microsoft immer sehr gut, die Konkurrenten mit geschickten Zügen und Hinhaltetaktiken in Schach zu halten.

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