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Kauft Amazon Slack für 9 Milliarden Dollar?

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slack-logoDer Markt für Business-Chat-Lösungen ist zur Zeit heiß, wie man an Microsofts intensivem Engagement bei seinem neuen Office-365-Tool Teams sieht. Auch unser Webcast vor drei Wochen zum Thema Slack und Teams lag mit der bisher höchsten Teilnehmerzahl damit irgendwie im Trend. Nun macht der B2B-Chat-Pionier Slack schon wieder Schlagzeilen: Amazon soll ernsthaftes Interesse an einer Übernahme haben.

Was für Amazon daran attraktiv sein könnte, hat der Nachrichtendienst Bloomberg gestern dargelegt. So würde Slack helfen, den Bereich Unternehmensanwendungen auszubauen, um besser mit Microsoft und Google konkurrieren zu können. Der sehr erfolgreiche Geschäftsbereich Amazon Web Services (AWS) soll in Zukunft stärker in diese Richtung erweitert werden, mit Amazon Chime wurde im Februar bereits ein Video- und Audio-Konferenzdienst mit Collaboration-Funktionen eingeführt.

Weitere mögliche Gründe für die Übernahme wären:

  • Der Sprachdienst Alexa breitet sich aus, und in Verbindung mit Slack könnte die (Amazon)-Sprachsteuerung auch im Büro Einzug halten.
  • Mit AWS dominiert Amazon den Cloud-Infrastrukturmarkt, und die Integrationsschnittstellen von Slack in externe Services wie Dropbox oder Github könnten den Abstand zu Microsoft und Google verringern helfen.
  • Amazon spricht mit seinem Business Marktplatz zunehmend auch Geschäftskunden an. Auch hier könnte die Verbindung von Alexa und Slack zum Beispiel zum einfachen telefonischen Bestellen Sinn ergeben.
  • Amazon hat noch keine Messaging-Plattform. Auch wenn Facebook 1,2 Milliarden Messenger-Nutzer hat und Slack nur 5 Millionen, wird weiter mit einer starken Zunahme an Messaging-Diensten gerechnet. Um einzusteigen, könnte die Popularität von Slack helfen.
  • Slack will größere Kunden erreichen. Seit Januar gibt es dafür eine Extraversion für große Unternehmen, IBM ist derzeit ein Testpartner mit 30.000 Benutzern. Amazon könnte Slack helfen, Zugang zu größeren Firmen zu bekommen.

Noch haben wir es aber mit einem Gerücht zu tun. Beim Übernahmepreis ist von neun Milliarden Dollar die Rede, das wäre die bisher größte Übernahme für Amazon. Warten wir ab. Im letzten Jahr wurde ja Microsoft als möglicher Käufer für 8 Milliarden gehandelt, am Ende haben die Redmonder jedoch überraschend Teams aus dem Hut gezaubert.

Wolfgang Miedl

Wolfgang Miedl ist der Gründer von SharePoint360.de. Als Fachautor und Analyst ist er seit über 20 Jahren für große Unternehmen mit Arbeitsplatz- und Collaboration-Themen im Microsoft-Umfeld tätig. Gemeinsam mit Prof. Arno Hitzges von der HDM Stuttgart hat er die vielbeachtete SharePoint Anwenderstudie 2016 herausgebracht.

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