Analysten kritisieren Preispolitik: "Microsoft 365 wird durch aufpreispflichtige Erweiterungen immer komplizierter und teurer"

Immer öfter hört man in Fachkreisen Klagen über die stetig wachsenden Extrakosten für Microsoft 365-Erweiterungen. Nun hat das Analystenhaus Directions on Microsoft erstmals Zahlen vorgelegt, die das Wuchern der aufpreispflichtigen Komponenten belegen. Seit 2019 hat sich die Zahl solcher Extras vervierfacht.

Laut dem neuen Bericht auf dem Directions on Microsoft-Blog gab es im Dezember 2019 nur 14 kostenpflichtige Erweiterungen für Microsoft 365, vier Jahre später ist deren Zahl auf 61 angewachsen.

Dabei handelt es sich um Zusätze wie Apps und Lizenzen, die oftmals als Ergänzung zu den Standardplänen Microsoft 365 E3 oder E5 benötigt werden. Als Beispiele werden genannt:

  • Funktionen, die Erfordernisse in den Bereichen Sicherheit, Compliance und Administration abdecken, wie etwa Defender Vulnerability Management, Priva Privacy Risk Management, und Microsoft 365 Cross Tenant User Data Migration;
  • Premiumfunktionen, die die Basis-Features ergänzen wie Microsoft 365 Copilot, Power BI Premium und Teams Premium;
  • Lizenzen für Geräte und Servicekonten wie Exchange Online Plan 2 (für Shared Mailboxes und Teams Shared Devices),
Anzahl der Komponenten, die nicht in Microsoft 365 Suites enthalten sind
Mehr als vervierfacht: Die Zahl der Erweiterungskomponenten für Microsoft 365 über die letzten vier Jahre, aufgegliedert in drei Kategorien.

Diese Extrakosten können sich schnell zu hohen Beträgen summieren, wenn mehrere solcher Erweiterung gebucht werden. So kostet etwa der neue Copilot für Microsoft 365 30 Dollar pro Nutzer und Monat, für Teams Premium und für ein Intune-Paket fallen jeweils weitere 10 Dollar an. Bei Defender kommen noch 3 Dollar für Vulnerability Management oben drauf.

Nicht nur die Kosten steigen, es braucht auch neue Experten

Dabei stellen die Add-On-Lizenzen nur eine Seite der Medaille dar. Um die zusätzliche Komplexität zu beherrschen, wird nämlich auch fachkundiges Personal benötigt, wie Directions on Microsoft-Analyst Michael Cherry betont: „Microsoft hat ein Dilemma geschaffen, über das niemand spricht: Wer evaluiert, implementiert und verwaltet all diese neuen Sicherheits-Tools in den Microsoft-Anwenderorganisationen?“

Damit konterkariere die Preispolitik mit den Extras die ursprünglichen Versprechungen der IT-Industrie: „Die IT-Anbieter hatten die Cloud einst als Kostenbremse gepriesen, insbesondere mit Blick auf das Personal. Nun deutet alles darauf hin, dass Anwender mehr Expertise als je zuvor einkaufen müssen.“

Die auf Microsoft spezialisierten Analysten prognostizieren, dass der Hersteller bald eine Lösung für dieses Dilemma vorstellen wird. Eine logische Konsequenz wäre die Einführung einer neuen Premium-Lizenz, die E7 heißen könnte.

wm@sharepoin

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