Microsoft Kaizala – die Whatsapp-Alternative für Unternehmen?

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Microsoft hat mit Kaizala eine App für Smartphones entwickelt, die darauf abzielt, als Whatsapp-Alternative in Unternehmen eingesetzt zu werden. Kernzielgruppe sind vor allem Mitarbeiter, die entweder nie oder selten an einem Laptop oder PC arbeiten, sowie jene, die über keinen eigenen Office-365-Zugang verfügen. Von der Funktionalität her ähnelt Kaizala Whatsapp oder vergleichbaren Messaging-Diensten. Man kann Nachrichten, Bilder und Dokumente über mobile Endgerät austauschen.

Entwickelt wurde Kaizala von Microsoft India. Das ist nicht überraschend, denn dort nutzen viele für ihre Arbeit vorwiegend mobile Geräte und verzichten komplett auf traditionelle Laptops oder Desktops. Die App wird schon länger als kostenlose Einsteigerversion für Android und iOS angeboten. Eine Video-Funktion ist nicht vorgesehen, da sie für Schwellenländer mit kleinen Bandbreiten entwickelt wurde.

Kaizala Pro mit Zusatzfunktionen für Unternehmen

Daneben ist mit Kaizala Pro eine kommerzielle Version für Office 365-Nutzer erhältlich. Sie kostet 1,50 US-Dollar und bietet Unternehmen erweiterte Funktionen. So gibt es hier beispielsweise APIs, über die sich Berichte erstellen, Analysen vornehmen und unternehmensweit Sicherheits- und Compliance-Regeln durchsetzten lassen. Hier steht auch ein ausgeklügeltes Gruppenkonzept zur Verfügung, mit flachen Gruppen, die mit Chatgroups vergleichbar sind. Zudem gibt es hierarchische Gruppen, bei denen der Informationsfluss gesteuert und organisiert werden kann.

Kaizala ist nicht gedacht als Ersatz für ein aktuelles Microsoft-Produkt. Es übernimmt einige Aufgaben von StaffHub, hat jedoch einen mobilen Fokus, der die Integration mit externen Partnern und Organisationen ermöglicht. Das Design von Kaizala ähnelt eher Social Media- und Kommunikationsanwendungen wie Twitter, Instagram und ähnlichen mobilen Nachrichtendiensten.

Fazit: Ein Tool gegen die Schatten-IT

Kaizala stellt ein neues Kommunikationswerkzeug im Office 365 Toolset dar, das auch jene Mitarbeiter einbindet, die ihre tägliche Arbeit nicht am Schreibtisch-PC oder am Laptop erledigen. Die an Unternehmensstandards ausgerichteten Datenschutz- und Sicherheitsrichtlinien ermöglichen den Austausch von Fotos und Daten über die Handys. Interessant wird es für Unternehmen vor allem, weil es auch in der kostenlosen Version mehr Sicherheit und Governance bietet als viele Konkurrenten, und weil es die die Zusammenarbeit über Messaging-Dienste aus der Schatten-IT herausholt.

Autorin: Annika Feick, Head of Marketing, novaCapta Software & Consulting GmbH

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