Microsoft pimpt OneDrive und SharePoint mit künstlicher Intelligenz: Automatische Video-Transskripte, Bildanalysen und “Delve 2.0”

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Video-Transskripte mit Office 365Microsoft schraubt weiter eifrig daran, Office 365 zu einem universellen Content-Repository für jede Art von Office- und Multimediadateien zu etablieren. Gestern gab der Konzern eine Reihe von anstehenden Erweiterungen bekannt, die sich verschiedener Ansätze von künstlicher Intelligenz bedienen.

Zum einen wird es bald für alle Anwender eine automatische Transkription von Video- und Audiodateien geben, die in OneDrive oder SharePoint Online gespeichert sind. Über einen neuen Viewer, der 320 Dateitypen kennt, können die Benutzer die schriftliche Umsetzung während des Abspielen angezeigt bekommen. Sofern diese Texterkennung zuverlässig funktioniert, eröffnen sich in Verbindung mit einer Suchmaschine ungeahnte neue Möglichkeiten zum Indexieren und Durchsuchen von Multimedia-Dateien. Zum Einsatz kommt hier die bereits in Stream verwendete Technik.

Bilder nach Ort, Objekten und Texten durchforsten

In ähnlicher Form können auch Bilder zukünftig inhaltlich analysiert und nach Texten durchforstet werden. Microsoft verspricht die Erkennung von Aufnahmeort und dargestellten Objekten, um auf dieser Basis eine Suche wie in Textdokumenten zu ermöglichen. Als Beispiel zeigt das Bild unten die Suche nach “Sushi” auf einem fotografierten Kassenzettel. Suchen nach Inhalten in Bildern

Automatische Datei-Empfehlungen

Nach einer Art Neuauflage von Delve klingt die dritte Neuerung, die den Benutzern relevante Dateien anzeigen soll. Sie basiert, wie zu erwarten, auf dem Microsoft Graph und soll erkennen, mit wem und welchen Inhalten man arbeitet.

Auch die Erstellung von Inhalten in Word 2016 und Outlook 2016 soll damit einfacher werden, indem per „Tap“ während dem Verfassen von Texten Zusammenhänge zu bereits vorhandenen Dokumenten hergestellt werden.

Dokumenten-Metadaten: Kontext und Zusammenfassungen

Zusammenfassung im Inside-LookDie bereits zu Jahresanfang vorgestellte „Datei-Karteikarte“ mit statistischen Informationen zum jeweiligen Dokument in OneDrive soll im Lauf des Jahres auch in die Office-Client-Anwendungen integriert werden. Zusätzlich kommt hier auch noch die Funktion „Inside Look“ als eine Art Lesehilfe dazu. So finden sich hier kurz zusammengefasst Informationen wie Lesedauer und inhaltliche Kernaspekte des betreffenden Dokuments.

Intelligente Freigaben für Meetings

Spannend klingt auch eine Erweiterung der Freigabefunktion, die das Teilen von Dokumenten oder Fotos mit Teilnehmern in einer Besprechung ermöglicht. Voraussetzung ist hier, dass die Empfänger der Freigabe alle Mitglieder einer Outlook-Besprechung sind.

In Summe klingen diese Ankündigungen sehr vielversprechend und lassen spannende neue Einsatzszenarien im Umgang mit digitalen Inhalten erwarten. Aus Sicht deutschsprachiger Anwender bleibt aber erst mal abzuwarten, ob die textlichen Analysefunktionen tatsächlich auch gleich so zuverlässig funktionieren, dass sie im Alltag nutzbar sind.

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