Microsoft Teams über Richtlinien steuern – mit dem Admin-Center oder der PowerShell

Um Microsoft Teams zu steuern oder einfache Einstellungen vorzunehmen bieten sich Richtlinien an. Wie Sie dafür das Admin-Center oder alternativ die PowerShell verwenden, und welche Rolle dabei die Benutzer- und Gruppenrichtlinien spielen, zeigen wir in diesem Beitrag.

Grundsätzlich empfiehlt sich beim Einsatz von Teams anfangs die Basiskonfiguration. So vermeiden Sie einerseits die Überforderung der Benutzer, andererseits dämmen Sie damit möglichen Einstellungswildwuchs ein. In diesem Fall gelten die globalen Richtlinien für alle Benutzer.

Teams lässt sich aber auch vielfältig individuell konfigurieren und stellt dazu verschiedene Möglichkeit des Zuweisens von Richtlinien bereit. Hierbei gibt es einen wichtigen Unterschied zwischen der Zuweisung auf Benutzer- und der auf Gruppenebene. Die jeweilige Vorgehensweise hängt stark von der Anzahl der anzuwendenden Richtlinien und den einzelnen Rollen der Benutzer ab.

Priorität von Richtlinien auf Benutzer oder Gruppenebene

Bei der Rangordnung von Richtlinien sind Unterschiede zu beachten. Bekommt beispielsweise ein Benutzer Richtlinien direkt zugewiesen, und zusätzlich auch noch welche als Gruppenmitglied, dann hat jene Richtlinie eine höhere Priorität, welche „dichter am Benutzer dran“ ist. Die direkt zugewiesene Richtlinie hat eine höhere Priorität als die Richtlinie der Gruppe.

Eine Ausnahme davon gilt dann, wenn einem Benutzer eine Richtlinie mit einem bestimmten Typ nicht direkt sondern über eine Gruppe zugewiesen wurde. Dann hat hat diese Vorrang. Sollte der Benutzer Mitglied mehrerer Gruppen sein, die die Richtlinien des gleichen Typs beinhalten, so hat die Richtlinie mit der höchsten Gruppenzuweisungsrangfolge Vorrang.

Festlegen von Richtlinien über Admin-Center oder PowerShell

Richtlinien für Benutzer können Sie über das Microsoft Teams Admin Center oder über die PowerShell erstellen, ändern, zuweisen oder löschen.

Es gibt verschiedene Arten von Teams-Richtlinien, zum Beispiel Besprechungsrichtlinien, Nachrichtenrichtlinien oder Sprachanrufrichtlinien.

Für die Vergabe über die PowerShell stellen Sie zunächst eine Verbindung zum Tenant her. (Grundlagen zum Einsatz der PowerShell finden Sie in diesem Beitrag)

$Cred = Get-Credential
$CSSession = New-CsOnlineSession -Credential $Cred
Import-PSSession -Session $CSSession

Dann können Sie mit folgendem CMDlet die globalen Einstellungen auslesen:

Get-CsTeamsMessagingPolicy -Identity Global

Die globale Richtline können Sie mit

Set-CsTeamsMessagingPolicy -Identity Global

und dem jeweiligem Parameter anpassen.

So weisen Sie Richtlinien zu

Soll eine Richtlinie einem Benutzer direkt zugewiesen werden, erreichen Sie das über das Teams Admin Center direkt beim Benutzer.

Auch hier gibt es alternativ den PowerShell-Aufruf mit dem CMDLet

Grant-CsTeamsMeetingPolicy -Identity „UPN des USers“ -PolicyName „Name der Richtlinie“

Die Gruppenzuweisung wird anders als beim Benutzer direkt im Richtlinienfenster zugewiesen.

Wichtig ist auch der sogenannte „Rang“, denn der legt fest, wie die Richtlinie später angewendet wird, falls der Benutzer in mehreren Gruppen Mitglied ist und die Einstellungen von mehreren Richtlinien über die Gruppen beeinflusst werden sollten.

Über die PowerShell erfolgt das mit folgendem CMDLet

New-CsGroupPolicyAssignment -GroupId „ID der jeweiligen Gruppe “-PolicyType „z.B TeamsMeetingPolicy“ -PolicyName "Name der Richtlinie" -Rank 1

Sie können Gruppen  mit Hilfe der PowerShell auch noch weiter analysierten. So können Sie sich zum Beispiel ansehen, welche Richtlinien überhaupt hinter einer Gruppe hinterlegt wurden oder welcher Richtlinientyp welcher Gruppe zugewiesen wurde.

Das CMDLet

Get-CsGroupPolicyAssignment -GroupId

zeigt alle Richtlinien an, die der Gruppe zugewiesen wurden.

Get-CsGroupPolicyAssignment -PolicyType

zeigt alle Gruppen an, die diesem Policy-Typ entsprechen.

Roland Eich
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