Microsoft verkündet längerfristige Update-Strategie für den SharePoint Server On-Prem

Nach längerer Funkstille meldet sich Microsoft mal wieder mit Neuigkeiten zur SharePoint-Zukunft. Die wichtigste Nachricht ist, dass es wie für andere Microsoft-Produkte auch zweimal jährlich ein Funktions-Update geben wird. Dabei kopiert man das Namensschema der Windows-Updates: Das aktuelle Herbst-Update trägt die Bezeichnung 22H2, das kommende Frühjahrs-Update wird 23H1 heißen.

In einem Blog-Beitrag erläutert Bill Bär die wichtigsten Details des Fahrplans für die SharePoint Subscription Edition (SE), die für Kunden per Abonnement erhältlich ist. Die Updates werden zukünftig in zwei Versionen ausgerollt. Laut Microsoft wird es einen „Early Release“ geben, der die meisten, aber noch nicht alle neuen Funktionen enthält. Hier hofft man offenbar auf das Feedback von Kunden und Partnern, wie sich die Software in der Praxis bewährt. Etwas später – einen genauen zeitlichen Abstand nennt Microsoft nicht – folgt dann das „Standard Release“ mit allen Funktionen.

Neue Funktionen in Version 22H2

Das aktuelle Feature-Update für die SharePoint Server Subscription Edition umfasst eine Unterstützung für das Windows Antimalware Scan Interface (AMSI), eine Schnittstelle, über sie sich SharePoint mit beliebigen Anti-Malware-Produkten integrieren lässt. Als Standard ist natürlich Defender Antivirus voreingestellt.

Als zweite Neuerung nennt das SharePoint-Team Änderungen und Optimierungen für die Dokumentenbibliothek und die Listen. So soll es nun unter anderem möglich sein, ein Dokument in eine Bibliothek auf derselben Seite zu verschieben oder es in eine andere Bibliothek auf einer anderen Seite, in einer Sammlung oder in einer Web-Anwendung zu kopieren.

Auch bei der Spaltenformatierung tut sich etwas. SharePoint unterstützt nun Excel-ähnliche Ausdrücke, um lokal gespeicherte Daten zu visualisieren. Und: Wenn in einer modernen Liste mehrere Elemente ausgewählt sind, erscheint in der Symbolleiste ein neuer Button zum Bearbeiten.

Auch bei der Sprachauswahl gibt es eine Änderung. Anstatt neu angelegten Seiten automatisch die Sprache der gesamten Site zuzuweisen, überlässt der SharePoint Server nun über ein Tool dem Benutzer die Auswahl der gewünschten Sprache. Zum Schluss hat auch die ListData.svc ein Update erhalten, das die Abhängigkeit von den alten Komponenten der WCF Data Services beendet. Dennoch soll die Datei immer noch kompatibel zum vorherigen Design sein.

Neuer Workflow Manager kommt

Für Ende des Jahres kündigt Microsoft einen neuen Workflow Manager an, der den bestehenden Service Bus und den aktuellen Microsoft Workflow Manager ersetzen soll. Damit will das Unternehmen sicherstellen, dass Workflows aus SharePoint 2013 auch weiterhin zum SharePoint Server kompatibel sind. Die Workflows von SharePoint 2010 hingegen werden nur noch bis zum 14. Juli 2026 unterstützt. Apropos Unterstützung: Der Workflow Manager erhält auch eine Erinnerungsfunktion, die den Anwender vor dem Support-Ende seiner SharePoint-Version warnt. Sie ist kompatibel zu den Versionen 2013, 2016 und 2019.

Das SharePoint-Team bei Microsoft schreibt zum Schluss noch, dass wieder Bewerber für das SharePoint Server Technology Adoption Program (TAP) sucht. Das können Kunden oder Partner sein, die sich dafür interessieren, Vorab-Versionen von SharePoint Server zu testen. Bewerbungen werden angenommen unter der E-Mail-Adresse sp19tap@microsoft.com.

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