New York Times verklagt Microsoft wegen "geklauter" KI-Trainingsdaten – und was das für Microsoft-Anwender bedeutet

Viele Large Language Models wie ChatGPT beziehen ihre sprachliche Intelligenz aus dem Training mit bekannten Literatur- und Medienangeboten. Lange Zeit wurde dabei die offensichtliche urheberrechtliche Problematik ignoriert, doch nun reichte die New York Times als erster großer Medienkonzern eine Klage gegen Microsoft und Open AI ein. Für Microsoft-Copilot-Anwender dürften solche Rechtsstreits vorerst nicht relevant sei, da der Hersteller seine Verträge mit KI-Schutzklauseln erweitert hat.

Die Qualität von Large Language Models beruht im Wesentlichen auf Trainings mit möglichst großen Textmengen. Dass sich daraus auch Datenschutzkonflikte ergeben, speziell beim Einsatz von internen oder vertraulichen Geschäftsdaten, haben wir erst kürzlich am Beispiel der Harry-Potter-Texte im Llama-Sprachmodell erörtert.

Doch neben dem Datenschutz lauern bei der KI-Nutzung noch andere Risiken, wie der aktuelle Rechtsstreit der New York Times zeigt. Die US-Zeitung reichte nämlich am 27. Dezember eine Klage gegen Microsoft und Open AI ein – wegen „unautorisierter Verwendung von veröffentlichten Werken zum Trainieren von KI-Technologien“.

„Microsoft und OpenAI müssen Trainingsdaten vernichten“

Die Times wirft den großen KI-Anbietern vor, Millionen veröffentlichter Artikeln genutzt zu haben, um Chatbots zu trainieren, welche nun mit den Medienunternehmen als Informationsquelle konkurrieren. Zwar wurde kein konkreter Streitwert genannt, doch sprechen die Kläger von Schäden in Milliardenhöhe. Als erste Maßnahme fordern sie die Beklagten auf, alle Chatbot-Modelle und Trainingsdaten zu vernichten, welche NYT-Daten enthalten.

In der Vergangenheit hätte es bereits Gespräche über die Nutzung von geschützten Inhalten gegeben, die jedoch zu keinen Ergebnissen geführt hätten. In einer ersten Reaktion äußerte sich eine Sprecherin von OpenAI überrascht und enttäuscht über die Klage. Von Microsoft gab es bisher noch keine Stellungnahme.

Microsoft schützt Copilot-Anwender vor Klagen Dritter

Für die Nutzer von Microsoft-KI-Tools dürfte diese Entwicklung keine Auswirkung haben, da der Hersteller in seinen neuen Copyright-Richtlinien und Vertragsbedingungen allen Copilot-Nutzern Schutz vor urheberrechtlichen Risiken verspricht.

Microsofts Rechtsvorstand Brad Smith formulierte bereits im September die Grundsätze zum Rechtsschutz für kommerzielle Microsoft-Anwender so:

„Falls ein Dritter einen Microsoft-Geschäftskunden wegen Urheberrechtsverletzungen in Verbindung mit der Nutzung von Copilot oder damit generierter Inhalte verklagt, werden wir den Kunden verteidigen und für mögliche Forderungen aus einem Verfahren aufkommen, solange der Kunde mit den entsprechenden Schutzmaßnahmen gearbeitet hat.“

wm@sharepoin

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