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Office Online – alle News von der #SPC14: Mehr Funktionen und Clients sowie die schwindende Bedeutung der Office-Suite

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Geschichte - von Office Web Apps zu Office Online_4Nicht nur den Namen hat Microsoft soeben von ‘Office Web Apps’ auf ‘Office Online’ umgeändert, auch beim Funktionsumfang und der Positionierung hat sich einiges getan. Im seinem Vortrag auf der SharePoint Conference 2014 lieferte Mike Morton einen Gesamtüberblick über die Entwicklungsgeschichte, die aktuellen Neuerungen sowie einen Ausblick auf kommende Features.

Wir erinnern uns: Die Office Web Apps entstanden vor einigen Jahren unter dem Eindruck zunehmend erfolgreicher, kostenloser Web-Anwendungen wie Google Docs. Gleichzeitig musste Microsoft darauf achten, sein sehr wichtiges Geschäft mit den Office-Clients nicht mit einer Gratislösung zu gefährden. Somit war zu Beginn des Vortrags die Positionierungsfrage der Suite ganz gut platziert:

“Was ist Office Online?”

  • Echte Office-Dokumente, Präsentationen und Tabellen im Web.
  • Die selbe Datei mit Freunden und Kollegen in Echtzeit bearbeiten.

Vor allem der zweite Punkt war lange Zeit eine Baustelle mit vielen Fragezeichen, weil die stets versprochenen Collaboration-Funktionen bis vor kurzem nur halbherzig umgesetzt waren. Mit dem letzten Update leistete Microsoft gründliche Arbeit und dürfte mit wenigen Einschränkungen alle Bedürfnisse der Anwender erfüllen.

Office Online auch für Unternehmen

Geschichte - von Office Web Apps zu Office Online_10Inzwischen verfügt Office Online über einen recht stattlichen Funktionsumfang, so dass Microsoft damit nicht nur primär Konsumenten, sondern auch die beiden Zielgruppen “Deskless Workers” und “Enterprise Information Workers” in Unternehmen adressiert. Mit der ersten Gruppe sind Anwender gemeint, die keinen klassischen PC-Arbeitsplatz nutzen und eher mit Smartphones oder Tablets arbeiten – also jene, die man mit dem herkömmlichen Office nicht (mehr) erreicht. Bei der zweiten handelt es sich um die klassischen Office-Client-Nutzer, die allerdings auch über von anderen Geräten und von unterwegs auf Dokumente zugreifen wollen.

Entwicklungsgeschichte der Web Apps

Geschichte - von Office Web Apps zu Office Online_1Wie sich Office Online in den letzten Jahren entwickelt hat, zeigt der Zeitstrahl links mit den wichtigsten Meilensteinen seit der Preview-Version vom Juni 2009. Der offizielle Startschuss erfolgte im Juni 2009, OneNote kam zwei Jahre später und Echtzeit-Co-Geschichte - von Office Web Apps zu Office Online_2Authoring gibt’s seit November 2013.

Wie einfach alles anfing, zeigen diverse Screenshots aus der Zeit zwischen 2007 und 2009. Mitte 2008 war die Entwicklung bereits so weit fortgeschritten, dass die Oberläche eindeutig als Office-Anwendung identifizierbar war.

http://office.com

Geschichte - von Office Web Apps zu Office Online_3Ein lange unterschätztes Hindernis für Anwender war die recht versteckte oder schlicht umständliche Platzierung der Apps in den Explorerstrukturen von Skydrive.com. Auch dieses Problem ist seit der letzten Aktualisierung passee, denn die simple Lösung dafür lautet: http://office.com Dahinter steht natürlich trotzdem der Cloud-Speicher OneDrive.com, nur die Fassade ist intuitiver geworden.

Die beiden weiteren Zugangswege heißen wie gehabt Office 365 mit OneDrive for Business, sowie Office Web Apps Server (unter altem Namen) als On-Premise-Variante im Verbund mit Sharepoint, Exchange und Lync.

Office Online (Web) gegen Office Client (Native)

Nicht unbedeutend ist auch die Frage der Abgrenzung zwischen Office Online gegenüber den Rich-Client-Anwendungen. Hierzu lautet die aktuelle Positionierung in drei Punkten:

  • Office Online bietet die größte Reichweite in Bezug auf Geräte und Standorte
  • Office wird es immer in Form nativer Apps geben, die die reichhaltigen Möglichkeiten der verschiedensten Gerätetypen ausnutzen
  • Microsoft betrachtet diese Frage nicht als “entweder oder”, sondern möchte Office seinen Kunden in jeder denkbaren Arbeitssituation zur Verfügung stellen.

Der letzte Punkt deutet klar auf eine strategische Neupositionierung von Office hin. Während früher der Windows Client das unantastbare Herz des Office-Geschäfts war, stellt sich Microsoft nun offenbar auf eine völlig Geräte- und Client-System-agnostische Plattform ein.

Roadmap: Abstand zur Office-Suite schwindet

Geschichte - von Office Web Apps zu Office Online_6Auch auf die nächsten Entwicklungsschritte ging Morton ein. Interessant sind für mich hier zwei Punkte: Zum einen die (bessere) Unterstützung von Android-Tablets, und dann die “Most common authoring features”. Gemeint dürfte damit die Verringerung des derzeit noch großen Abstands auf die Office-Clients sein – Office Online nähert sich der Office-Suite immer mehr an.

Neuigkeiten in Office Online

In den folgenden drei Folien sind die aktuell eingeführten Neuerungen zusammengefasst:

Geschichte - von Office Web Apps zu Office Online_7Geschichte - von Office Web Apps zu Office Online_9Geschichte - von Office Web Apps zu Office Online_8

Weiterentwicklung des Browser-Office

Am Ende bot Morton noch Einblicke in die Arbeitsweise und Entwicklungsprinzipien des Entwicklungsteams von Office Online.

Diese lassen sich zusammenfassen in folgende Punkte:

Regelmäßige Updates

  • Office Online ist als “Service first” konzipiert
  • Neue Funktionen kommen in kurzen Abständen
  • Der Service kann täglich aktualisiert werden
    Datenbasierende Entwicklung

Mit Hilfe der aus dem Benutzerverhalten gewonnenen Erkenntnisse werden die Dienste weiterentwickelt. Hier liegt der Blick auf den Konsumentendiensten, um Wünsche und Bedürfnisse zu erkennen und in die Weiterentwicklung einfließen zu lassen.

Produktqualität

Microsoft verspricht eine Steigerung der Anwendungsqualität über regelmäßige Updates. Allerdings wird man bei Neuerungen, die den Benutzern einen größeren Lernaufwand abverlangen, zurückhaltend sein.

 

Downloads:

Die Aufzeichnung des Vortrags von der SharePoint Conference 2014 mit Tonspur als MP4-Datei ist auf Channel9 zu finden: Collaborate with Office and Office Web Apps (SPC213).

Die PPT-Folien gibt es über diesen Link als Download

Wolfgang Miedl

Wolfgang Miedl ist der Gründer von SharePoint360.de. Als Fachautor und Analyst ist er seit über 20 Jahren für große Unternehmen mit Arbeitsplatz- und Collaboration-Themen im Microsoft-Umfeld tätig. Gemeinsam mit Prof. Arno Hitzges von der HDM Stuttgart hat er die vielbeachtete SharePoint Anwenderstudie 2016 herausgebracht.