Trends 2018 bei ‚SharePoint Intranets-in-a-Box‘: Wo gibt es noch Lücken, was bringt Microsoft?

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SharePoint Hub SitesClearbox Consulting aus Großbritannien kennt man inzwischen für seine Marktanalysen bei SharePoint-Fertig-Intranets. Nach der letzten Marktstudie vom Dezember mit 42 Anbietern hat sich Inhaber Sam Marshall zwischendrin mal die Marktentwicklung für das laufende Jahr 2018 angesehen. Hier zusammengefasst seine interessantesten Aussagen:

„Die Hälfte der untersuchten Anbieter ist bei großen Kunden mit über 30.000 Benutzern unterwegs, manche haben sogar mehr als 100.000. Daran sieht man, dass es auch für große Unternehmen inzwischen einige geeignete Produkte gibt.

Wo Liegen die größten Lücken bei SharePoint Intranets-in-a-Box?

Praktisch alle Produkte eigenen sich wie zu erwarten sehr gut für das Veröffentlichen von Artikeln und das Erstellen von Referenzinhalten beziehungsweise statischen Seiten. Nach wie vor existieren aber noch erhebliche Lücken bei Funktionen wie Social Intranet, Analytics und Suche.

Kaum Funktionen für Social Intranet

Bedenkt man den Reifegrad im Produktsegment Social Intranets und die Stärke von entsprechenden SharePoint-Alternativen wie Thoughtfarmer, Iris, Oak und Axero, würde man sich eine bessere Unterstützung bei den Social-Funktionen erwarten. Immerhin hat Microsoft hier eine große Lücke hinterlassen, indem seit SharePoint 2013 die Social-Networking-Funktionen nicht mehr weiterentwickelt werden. Gleichzeitig bleibt die Yammer-Integration schwach, so dass Funktionen wie Kommentare unter Artikel, Videos und Blogs nicht zufriedenstellend umgesetzt werden können.

Einige getestete Produkte beheben diese Defizite ausgezeichnet, aber es wäre allen anzuraten, die Lücken ernst zu nehmen. Ich beobachte mit Interesse, dass einige Anbieter an einer Integration von Workplace by Facebook arbeiten. Damit steht im Bereich SharePoint zukünftig mehr als nur Yammer zur Auswahl.

Schwachpunkt Analytics

Analytics bleibt ein Schwachpunkt, man setzt hier stark auf Drittanbieter-Tools wie Google Analytics oder eine ansatzweise Power BI-Integration. Verständlicherweise nehmen die Anbieter bei großen Kunden an, dass bereits Analytics-Tools vorhanden sind. In anderen Fällen besteht aber eine deutliche Lücke zwischen dem, was SharePoint liefert und dem was Intranet-Manager benötigen. Genau so eine Funktionalität sollte in dieser Produktkategorie vorhanden sein.

Optimierung der Suchfunktionen

Anbieter wie Bonzai und MatchPoint arbeiten eifrig an einer Verbesserung des Benutzererlebnisses bei der Suche in SharePoint, und auch darüber hinaus. Sie setzen dabei hauptsächlich an bei der Verbesserung von Suchdialogen und Ergebnisseiten. In jedem Fall ist die Suche ein wichtiger Bereich im Intranet. Ich würde gerne bei allen Anbietern vergleichbare Optimierung bei den Intranet-typischen Funktionen sehen.

Wird Microsoft Hubs die Karten neu mischen?

Mit den neuen Office 365-Hub-Sites bringt Microsoft einige typische Intranet-Funktionen wie Nachrichten-Aggregation aus anderen Seiten sowie eine durchgängige Menü-Navigation. Vor dem offiziellen Marktstart lässt sich noch wenig über die Akzeptanz bei den Anwendern sagen, aber Microsoft hat bereits geäußert, dass es die Hub Sites nicht als Ersatz für die typische Intranet-Homepage sieht.

Stattdessen lautet die kommunizierte Idee, dass Unternehmen mehrere Hub Sites implementieren, um auf diese Weise verwandte Sites miteinander zu verknüpfen, ohne sie in eine einzige Hierarchie zu zwängen.

Außerdem sollte man nicht vergessen, dass 35 Prozent aller SharePoint-Implementierungen weiterhin On-Premises betrieben werden, und dafür wird es keine Hub Sites geben. Da ja Microsoft ganz klar die Entwicklung in der Cloud fokussiert, bleibt hier eine entsprechende Nische für die In-a-Box-Anbieter.”

[crp]
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