Vergleich Collab-Tools: Slack wird deutlich intensiver genutzt, Microsoft Teams führt bei Besprechungen

Die Frage nach der besten Collaboration-App am Markt dürfte schwer zu beantworten sein, denn die Funktionen und Anforderungen sind vielschichtig. Allerdings verraten die Telemetriedaten interessante Nutzungsmuster, wie eine Studie zeigt. Verkürzt gesagt weist Slack in typischen Kollaborationsszenarien eine deutlich höre Nutzungsquote vor, während Teams für Besprechungen bevorzugt wird.

Microsoft Teams galt bei seiner Vorstellung 2017 als Kampfansage an das damals recht populäre Slack. Inzwischen sind beide Tools sehr erfolgreich, was immer wieder die Frage aufwirft, welches von beiden das bessere ist. Vor allem in Unternehmen, die stark auf die Microsoft-Plattform fokussiert sind, wird oftmals aus reinen Kostengründen hinterfragt, ob es neben Teams noch eine Berechtigung für Slack gibt.

Slack vs. Teams: Vergleich des Nutzerverhaltens

Productiv, ein Hersteller für administrative App-Monitoring-Tools, hat in Zusammenarbeit mit einigen Kunden eine Auswertung von Telemetriedaten durchgeführt. Dabei wurde das Nutzungsverhalten von 175.000 Slack-Anwendern und 70.000 Teams-Usern analysiert.

Die Studie konzentriert sich auf das Nutzer-Engagement, für dessen Erfassung wurden die Logins der Anwender sowie die darauffolgenden Aktionen in der App aufgezeichnet. Beispiele für derart gemessene Aktionen sind:

  • Aktivität in der App wie etwa das Verschicken einer Chat-Nachricht, in Zeitblöcken von von einem Tag bis zu 60 Tagen
  • Unterscheidung von Nutzungsverhalten nach Anwendergruppen
  • Erfassung der Nutzung einzelner Funktionen in den Apps

Slack führt bei den durchschnittlich aktiven Nutzern

Was die reine Nutzung der App betrifft, liegt Slack deutlich vorne. Über alle Zeitintervalle hinweg lässt sich bei Slack eine höhere Aktivität gegenüber Teams messen:

Slacks liegt bei der Nutzung deutlich vorne, egal, über welchen Zeitraum gemessen wird.

Slack wird deutlich intensiver genutzt als Teams, was darauf schließen lässt, dass es bei seinen Nutzern stärker in die Arbeitsabläufe eingebunden ist.

Beim Chat liegt Slack vorne, bei Besprechungen Teams

Bei der Betrachtung der drei charakteristischen Kernfunktionen ergeben sich interessante Schwerpunkte:

  • Private Nachrichten: 89 Prozent der Slack-Nutzer kommunizieren in der 30-Tage-Periode über persönliche Chats, bei Teams sind das nur 60 Prozent
  • Gruppen-Chat: 92 Prozent der Slack-Nutzer interagieren in dieser Zeit in Chatgruppen, gegenüber 11 Prozent bei Teams
  • Video-Besprechungen: 62 Prozent der Teams-Nutzer nahmen an Video-Besprechungen teil, bei Slack waren es nur 13 Prozent

Die Autoren erklären sich die Priorisierung von Besprechungen bei Teams so, dass hier die enge Integration von Teams in Outlook einen klaren Vorteil bringt. Den Rückstand von Slack interpretieren sie so, dass hier die integrierten Besprechungsfunktionen nicht allgemein bekannt sind, beziehungsweise, dass in diesen Anwenderkreisen die Video-App Zoom eine dominierende Rolle spielt.

Fazit: Hoher Nutzungsgrad kann Slack-Einsatz rechtfertigen

Obwohl sich Slack und Teams von den Funktionen her sehr ähnlich sind, ist der Nutzungsgrad bei ersterem deutlich höher. Das könnte in vielen Unternehmen einen parallelen Einsatz rechtfertigen.

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