Nach InfoPath und Designer: Welche Zukunft hat SharePoint als Plattform für Power-User und Citizen Developer?

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SharePoint-Designer-InfoPath-LogoSharePoints Stärke war immer seine Flexibilität und Offenheit. Speziell die frühere Positionierung als „Schweizer Messer für den Digitalen Arbeitsplatz“ eröffnete Power-Usern und Citizen Developern (“Laien-Entwickler”) ein breites Feld an Lösungsmöglichkeiten im Bereich Intranet und Workflows. Aus diesem Blickwinkel stellt das angekündigte Ende von InfoPath und dem SharePoint Designer eine Zäsur dar, doch auch generell werfen Microsofts Neupositionierung von SharePoint sowie die Cloud-Fokussierung Fragen auf. Christian Buckley hat für CMSWire einige MVPs um ihre Prognose gebeten – hier ein paar interessante Zitate daraus:

  • Der Support für InfoPath und Designer läuft 2026 aus. Wie sollen Unternehmen reagieren, was sollen sie im Vorfeld tun?

Adis Jugo (@adisjugo): In vielen Unternehmen sind Daten und Prozesse in individuellen InfoPath- und Designer-Lösungen gefangen. Da Microsoft beide abgekündigt hat, besteht die Herausforderung darin, diese Daten und Prozesse zu finden, sie zu analysieren und dann Möglichkeiten zu ermitteln, sie in eine moderne SharePoint-Umgebung zu migrieren.

Marc Anderson (@sympmarc): Zum einen empfehle ich, dass man sich mit PowerApps und Flow auseinandersetzt, um deren Einsatzmöglichkeiten kennenzulernen. Die schwierigere Aufgabe besteht allerdings darin, wie man bestehende funktionierende Lösungen behandelt. Es wäre schwer zu vermitteln und auch vom Aufwand her oft ungerechtfertigt, das alles neu von Grund auf zu entwickeln. Auf längere Sicht kommen Unternehmen aber nicht darum herum, ihr Portfolio zu bewerten und zu entscheiden, was sie nicht mehr brauchen, was sie weiterlaufen lassen können, und was sie mit den neuen Tools völlig neu aufbauen.

  • Steigt der Bedarf an Citizen-Development/“Laien-Programmierung“?

Anderson: PowerApps und Flow bringen zwar interessante neue Möglichkeiten für Power-User. Auf der anderen Seit fehlen aber einige altbekannte Möglichkeiten, wie beispielsweise die JavaScript-Unterstützung  in der Modern UI, wodurch einfache Coding-Lösungen nicht mehr funktionieren.

  • Wie wird sich die Rolle von IT-Professionals in den nächsten 10 Jahren verändern?

Paul Culmsee (@paulculmsee): Viele typische heutige IT-Pro-Aufgaben werden verschwinden. Es wird zudem ein Wahrnehmungs- oder Marketingproblem entstehen: Man wird IT-Pros vermehrt als ersetzbaren Kostenfaktor einschätzen, anstatt als Problemlöser.

Anderson: Für IT-Pros wird es weniger Veränderungen geben als für Entwickler. Dank der neuen Tools können immer mehr Aufgaben von Power-Usern übernommen werden, so dass der Bedarf für klassische Entwicklung abnehmen wird.

[crp]
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