Kein Support mehr für SharePoint 2016 und 2019 – was On-Premises-Anwender jetzt klären müssen

Seit dem 14. Juli 2026 liefert Microsoft für SharePoint Server 2016 und 2019 keine Sicherheitsupdates mehr aus. Wer die Server weiter betreibt, trägt das Risiko selbst. Der Beitrag fasst Folgen und Auswege zusammen und nennt die Fragen, die vor einer Entscheidung geklärt sein sollten.
Autorin: Daniela Lutz*

Für SharePoint Server 2016 und SharePoint Server 2019 endete am 14. Juli 2026 der erweiterte Support. Bei 2016 war der Mainstream Support schon am 13. Juli 2021 ausgelaufen, bei 2019 am 9. Januar 2024. Microsoft hatte früh bekanntgegeben, dass es nach dem 14. Juli 2026 für beide Produkte weder Support noch Sicherheitsupdates geben werde.

Auch nach Auslaufen bleiben viele Server in Betrieb

Eine solche Ankündigung alleine führt aber nicht dazu, dass die alten Versionen außerbetrieb genommen werden. Das hat sich bei Exchange Server gezeigt, dessen Support Mitte Oktober 2025 auslief. Zwei Wochen später zählte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Deutschland noch mehr als 30.000 Server mit den betroffenen oder älteren Versionen, deren Outlook Web Access offen aus dem Internet erreichbar war.

Risiken ohne Sicherheitsupdates

Das veranlasste den BSI-Vizepräsidenten Thomas Caspers zu folgender Aussage im Exchange-Fall: „Wer trotz Hinweisen des Herstellers und ausreichender Vorlaufzeit Software einsetzt, die keine Sicherheitsupdates mehr erhält, handelt schlicht fahrlässig.“

Nach Einschätzung des BSI bleiben solche Installationen für neu entdeckte Schwachstellen voraussichtlich dauerhaft verwundbar. Würde eine neue Schwachstelle bekannt, müsste die Anwendung in der Regel abgeschaltet werden.

Hinzu kommt die rechtliche Seite. Artikel 32 der DSGVO verlangt geeignete technische und organisatorische Maßnahmen und fordert dabei, den Stand der Technik zu berücksichtigen. Seit dem 6. Dezember 2025 gilt außerdem das deutsche NIS-2-Umsetzungsgesetz. Es betrifft nach Angaben des BSI rund 29.500 Einrichtungen statt bisher etwa 4.500.

SharePoint SE, SharePoint Online oder Alternativen?

Aus Sicht von Microsoft gibt es zwei Wege zur Aufrechterhaltung der Sicherheitsstandards. Zum einen die Migration auf SharePoint Online in Microsoft 365. Als Alternative bietet sich ein Upgrade auf die SharePoint Server Subscription Edition an.

Sie wird weiter als „In Support“ geführt und hat kein Enddatum, unterliegt aber der Modern Lifecycle Policy. Danach besteht der Support, solange drei Bedingungen erfüllt sind: Die veröffentlichten Servicing- und Systemanforderungen werden eingehalten, es liegt eine gültige Lizenz vor, und Microsoft bietet das Produkt weiterhin an.

Verschiedene Lizenzierungsoptionen

Bei der Lizenz sollte man genau hinsehen. Für die Server und die Zugriffslizenzen verlangt Microsoft aktive Software Assurance oder eine Subscription-Lizenz. Läuft die Software Assurance aus, muss die Subscription Edition deinstalliert werden. Installieren darf man dann nur noch SharePoint Server 2019, für das es keinen Support mehr gibt.

Ein dritter Weg wäre, die Inhalte auf eine andere Plattform zu verlagern. Das wäre realistisch, wenn SharePoint vor allem als Dateiablage dient und es nur wenige Abhängigkeiten mit anderen Diensten gibt.

Sieben Fragen vor der Entscheidung

  1. Welche Version läuft in welchen Umgebungen, und welche Abhängigkeiten gibt es, etwa zu Add-ins, Workflows oder eigenem Code?
  2. Was liegt auf den Servern, und was davon wird tatsächlich genutzt?
  3. Wer betreibt die Umgebung, und wie oft lassen sich Updates einspielen? Die Subscription Edition setzt regelmäßige Updates voraus.
  4. Wo dürfen die Daten künftig liegen, und welche Vorgaben gelten dafür?
  5. Welche Berechtigungen und Aufbewahrungsfristen müssen mit umziehen?
  6. Was kostet der jeweilige Weg insgesamt, einschließlich Betrieb, Migration und Lizenz?
  7. Gibt es eine Übergangslösung, und wer entscheidet bis wann?

*Daniela Lutz leitet das Marketing der agorum Software GmbH und beschäftigt sich mit KI-Plattformen für Dokumente und Prozesse.

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