Grundlagen SharePoint-Anpassung (Branding & Design): Vor- und Nachteile individueller Designs – und Neues mit Modern UI (Teil 2)

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Im ersten Teil der Serie haben wir die Grundlagen von SharePoint-Anpassungen und -Konfigurationen vorgestellt. Dabei stand die Entwicklung von SharePoint zum Intranet- und Web-Content-Management-System im Vordergrund, das ab 2007 umfangreiche Möglichkeiten der Anpassung (Branding) bot. Im zweiten Teil geht es um das neue Modern User Interface (UI), um dessen Besonderheiten und auch dessen Einschränkungen in Sachen Anpassbarkeit.

Image-Probleme: „SharePoint besser nicht umfangreich anpassen“

Die Serie im Überblick

Die oft schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit mit SharePoint-Anpassungen (siehe Teil 1) führten zu einer negativen Haltung bei vielen Anwendern. Das führte dazu, dass viele Unternehmen und Dienstleister zur Haltung tendierten, SharePoint besser nie anzupassen, weil das nur Probleme bringe. Dabei gibt es einige gute Gründe dafür, das Design von SharePoint-Sites zu verändern. Denn auch SharePoint-Intranets sind letztlich Websites, und als solche zeichnen sie sich durch möglichst individuelles Design aus. Um etwa im Intranet das Engagement der Mitarbeiter zu fördern, sind Anpassungen an Unternehmensstandards und Prozesse mittels Branding eine wichtige Voraussetzung.

Neben den optischen Änderungen sollte SharePoint auch an die Richtlinien und Arbeitsabläufe des Unternehmens angepasst werden. Denn mit Prozessen und Workflows, die man in SharePoint abbildet, erspart man sind oft separate Anwendungen, die von Grund auf neu erstellt werden. Es lohnt sich also durchaus, die Möglichkeiten und Vorteile von SharePoint-Anpassung zu erörtern, anstatt diese Option pauschal abzulehnen.

Modern UI befindet sich noch in der Entwicklung

Microsoft hat aus den geschilderten Erfahrungen mit der klassischen SharePoint-Oberfläche gelernt und als Konsequenz mit SharePoint 2016 das Modern UI herausgebracht. Das ist für viele Kunden zunächst eine gute Nachricht, doch noch ist Modern UI nicht fertiggestellt, es fehlen noch eine Reihe an Funktionen, die in vielen Umgebungen unverzichtbar sind.

Deshalb gilt vorerst im Umgang mit dem Modern UI: Anpassungen sind auch hier möglich, um damit ein neues Intranet aufzusetzen. Doch es benötigt ein entsprechendes Knowhow um die neue Technik, um zu verstehen, wo die Möglichkeiten und Grenzen für Anpassungen liegen.

Sites nur Konfigurieren oder mit Code anpassen?

Fast jeder Bereich einer SharePoint-Seite im Modern UI kann per Konfigurieren verändert werden. So lassen sich beispielsweise eigene Inhalte, Farben, Logos und so weiter einrichten. Außerdem können weite Teile einer Seite mit benutzerdefinierten Webparts und individuellen Erweiterungen (über SharePoint Framework, SPF) umfangreich modifiziert werden. Eine weiter Gestaltungsmöglichkeit bieten Themes, mit denen sich benutzerdefinierte Stile in definierter Form anwenden lassen.

Das Bild unten zeigt die Startseite einer modernen Kommunikationsseite (Communication Site), wie sie typischerweise zur Veröffentlichung von Informationen in einem Intranet verwendet wird. Mit den orangenen Rahmen und Blasen sind die Teile der Seite markiert, die man konfigurieren, aber nicht mit Code anpassen kann. Die grüne Kästen und Blasen zeigen jene Bereiche einer Seite, die man mit benutzerdefiniertem Code verändern kann.

Die Elemente einer Seite im Modern UI (nach Nummern):

  1. Suite Bar: Diese Leiste findet man in den meisten Office 365-Diensten, sie bietet die Navigation zwischen den Produkten, den Zugriff auf das Benutzerprofil, Hilfe und so weiter. Sie kann mit Farbe und einem Firmenlogo konfiguriert werden.
  2. SharePoint Framework-Header: Dieser ist vollständig anpassbar mit Code (auf Basis des SPF).
  3. Hub-Site-Navigation: Diese ermöglicht die Navigation innerhalb der Websites, die zu einem Hub gehören. Links können konfiguriert und Logos hinzugefügt werden. Mit dem neuen Theme „Akzentfarben“ kann die Hub-Site-Navigation und der Header neuerdings farblich verändert werden.
  4. SharePoint Seitenkopf: Hier wird die Navigation innerhalb der Website und die Klassifizierung der Website dargestellt, außerdem einige allgemeine Funktionen wie das Folgen, Teilen oder Bearbeiten der Seite. Anpassungen von Farben und Logo sind möglich.
  5. Webparts: Auf Seiten kann man alle beliebigen Webparts platzieren. Das können benutzerdefinierte Webparts sein, die mit dem SharePoint Framework erstellt wurden. Sogenannte „full bleed“ Webparts können über die gesamt Breite der Seite reichen, und so auch vollflächige Anwendungen ermöglichen.
  6. SharePoint Framework- Fußzeile: Wie der Header ist auch diese vollständig anpassbar für individuelle Elemente.
  7. Popup-Buttons: Diese Schaltflächen ganz unten auf der Seite können derzeit nicht angepasst oder konfiguriert werden. Es befindet sich eine Tenant-Einstellung in Entwicklung (siehe UserVoice-Feedback), aber sie wird auf Modern-Seiten noch nicht berücksichtigt.
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