Grundlagen SharePoint-Anpassung (Branding & Design): Von kostenlosem Konfigurieren bis Intranets-in-a-Box (Teil 3)

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SharePoint Hub Sites in Office 365Die ersten beiden Teile der Serie zeigten die Entwicklung von SharePoint zu einem Web-CMS und den neuen Möglichkeiten des Modern UI. Dieser dritte Teil bietet einen schnellen Überblick über die grundlegenden Möglichkeiten, wie man SharePoint-Sites individuell gestaltet – von integrierten Konfigurationsmöglichkeiten über Classic UI bis zu Drittanbieterlösungen wie Intranet-in-a-Box.

1. Bewegen Sie sich innerhalb der SharePoint-Leitplanken

Die Serie im Überblick

Mit der Einführung des Modern UI bietet Microsoft eine optisch und funktional zeitgemäße Alternative zum alten Classic SharePoint. Für viele Unternehmen reichen die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten der Gestaltung, um ihr Intranet moderner erscheinen zu lassen und die Bedienung für die Anwender zu erleichtern. Microsoft selbst liefert dafür in seiner Branding-Guidance viele nützliche Informationen.

Viele Unternehmen haben sehr anspruchsvolle Wünsche in Sachen Intranet-Design oder -Branding, und sind dafür bereit, umfassende Änderungen am SharePoint-Design umzusetzen. Dabei sollte aber gründlich abgewogen werden, ob sich der Aufwand und die Mehrkosten tatsächlich lohen, oder ob man das Vorhaben vielleicht auch im Rahmen des Standard-Funktionsumfangs realisieren kann.

Falls tatsächlich weitergehende Anpassungen erforderlich oder gewünscht sind, können die folgenden Tipps weiterhelfen:

2. Design-Anpassungen mit Hacks

Bei der Darstellung von SharePoint-Seiten im Webbrowser findet im Hintergrund ein Rendern von HTML- und CSS-Code statt. Aufgrund dieses Umstands ist es sehr leicht möglich, beispielsweise mittels eines SharePoint Framework-Webparts oder einer Erweiterung die CSS-Befehle oder das HTML Document Object Model (DOM) zu manipulieren. Auf diese Weise lassen sich Seiteninhalte grundsätzlich sehr einfach verändern, doch es lauern dabei auch Risiken. Sobald nämlich Microsoft den Quellcode der Seiten derart ändert, dass die vorgenommenen Modifikationen davon betroffen sind, funktionieren die Änderungen oder sogar die ganze Seite nicht mehr.

Solange derartige Änderungen im Rahmen der dokumentierten Microsoft APIs vorgenommen werden, gibt es dafür zumindest in gewissen Umfang Support.

3. Weiter bei SharePoint Classic bleiben

Aufgrund der langen Vergangenheit des klassischen SharePoint-Designs ist dessen Marktanteil nach wie vor sehr hoch. Noch bietet Classic auch einiges mehr an Funktionen gegenüber Modern UI. Allerdings hat Microsoft die Weiterentwicklung eingestellt. Zwar ist damit das Risiko sehr gering, dass beim modifizieren von Master-Pages plötzlich Inkompatibilitäten auftauchen. Jedoch können in dieser Umgebung keine neuartigen Funktionen und Webparts genutzt werden. Und auf Mobilgeräten machen sich die fehlenden Responsive-Fähigkeiten bemerkbar.

4. SharePoint als „kopfloses“ CMS verwenden

SharePoint verfügt über vielfältige Client-orientierte Schnittstellen, so dass SharePoint-Inhalte und Funktionskomponenten in beliebigen externen Anwendungen genutzt werden können – Beispielsweise in Outlook-Add-ons. Dank dieses Umstands lassen sich auch beliebige Sites erstellen, die Inhalte aus SharePoint aufrufen, und sogar eine Integration in externe Contentmanagement-Systeme wie SiteCore oder WordPress ist möglich.

5. Einsatz von Intranet-in-a-Box-Lösungen

Es gibt inzwischen einen großen Markt von Intranet-in-a-Box-Lösungen für SharePoint. Deren Charme besteht darin, dass damit teure und aufwändige Design-Projekte für individuelle Intranets überflüssig werden. Eine Übersicht über die vielen Dutzend aktuellen Produkte bietet Clearbox-Consulting mit seinem Markt-Report. Grundsätzlich ist dabei zu beachten, dass einige Lösungen auf Classic SharePoint aufsetzten, einige auf Modern UI, manche beherrschen beide Paradigmen.

Den Design-Geist wieder zurück in die Flasche bringen

Mit den 2007 eingeführten WCM-Funktionen in SharePoint (Übersicht in Teil 1) hat Microsoft hohe Erwartungen geweckt in Punkto grenzenlos anpassbare Webseiten. Dieser Anspruch ist aus heutiger Sicht nicht mehr aufrecht zu erhalten. Mit der Modern UI hat Microsoft nun einen alternativen Weg eingeschlagen, der zeitgemäßes Webdesign bietet, dafür in Sachen Design-Optionen gewisse Grenzen setzt. Noch sind hier nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, der Hersteller verspricht eine stetige Weiterentwicklung. Ausgehend von diesem Status-Quo sollten Entscheider und Designer die Möglichkeiten und Limitierungen der neuen SharePoint-Oberfläche kennenlernen, um fundierte Entscheidungen zu treffen.

(Dieser Artikel ist eine Zusammenfassung dieses englischen Originalbeitrags Branding SharePoint: The New Normal von Microsoft)

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