Microsoft bestätigt den Edge-Neuanfang mit Chromium

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Microsoft bestätigt die Gerüchte über seinen Browser-Neuanfang: Edge wird komplett überarbeitet und bekommt als neues Herz die von Google Chrome her bekannte Open-Source-Rendering-Engine Chromium eingepflanzt. Damit nicht genug: Der Browser wird nun auch von Windows 10 entkoppelt und läuft zukünftig auch auf anderen Betriebssystemen wie Windows 7 /8 und Mac OS. Für Android gibt es ohnehin schon einen Mobil-Ableger.

Microsoft hat gestern in einem langen Blogpost seine neue Browser-Marschrichtung dargelegt. Die gute Nachricht für Edge-Fans: Edge wird keineswegs komplett ausgetauscht, die Anwendung soll mit seinen eigenständigen UI-Funktionen wie beispielsweise der Stiftbedienung so bestehen bleiben. Ändern sollen sich aber Dinge, die bisher die Anwender abgeschreckt haben, indem man beispielsweise eine uneingeschränkte Kompatibilität garantieren und die Fragementierung des Web verringert möchte.

Das Ziel lautet, dass Edge für alle gängigen Hardware- und Betriebsystemplattformen als App bereitgestellt wird. Außerdem sollen die damit einhergehenden Weiterentwicklungen an Chromium auch den Nutzern der entsprechenden anderen Browser zugute kommen. Aus Sicht der Windows-Plattformstrategie bedeutet der Umstieg übrigens, dass Edge von der Universal Windows Platform (UWP) auf die altbekannte Windows-Programmierplattform Win32 portiert wird. Damit rückt man weiter von ursprünglichen Plänen ab, wonach UWP und andere neue Windows 10-Technologien das aus den 90ern stammende Win32 ablösen sollten.

Wieder offizieller Browser für Marktführer Windows 7

Mit diesem Schwenk trägt man auch dem Umstand Rechnung, dass Windows 7 weiterhin bei den Betriebssystem-Marktanteilen knapp vorne liegt. Das bedeutet, dass auch heute noch viele hundert Millionen PCs mit Windows 7 und 8 laufen – ein Umstand, den Microsoft bei seiner Edge-Strategie bisher offenbar sehr leichtfertig übergangen hatte. All diese „Nicht-Window 10-Nutzer“ stehen nämlich seit dessen Erscheinen ohne offiziellen Microsoft Browser da, weil der Internet Explorer ja nicht mehr weiterentwickelt wird und nur noch als Kompatibilitäts-Brücke zu Altanwendungen dient.

Erste Insider-Preview Anfang 2019

Anfang 2019 soll es eine erste Preview-Version geben, zu der man sich über die Insider-Community anmelden kann.

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