Update-Falle Cloud: Was passiert, wenn Business-Lösungen aus dem App-Store nicht mehr weiterentwickelt werden?

Microsoft drängt die eigenen Partner immer stärker dazu, Branchenanwendung über die Cloud auf dem hauseigenen AppSource-Store bereitzustellen. Hört man sich im Partnerumfeld um, dann folgen viele diesem Wunsch, denn schließlich hängt auch ihre Statusqualifizierung davon ab. Das funktioniert solange gut, wie die Lösungen weiterbetrieben und auch auch weiterentwickelt werden. Statt Kaufpreis und Wartungsgebühren bezahlt der Kunde eine monatliche Mietgebühr – so weit, so vertraut.

Wie lange sind geschäftskritische Apps kompatibel?

Doch was passiert eigentlich, wenn die App eines Drittanbieters nicht mehr weiterentwickelt wird und auf der aktuellen Version der ERP-Software nicht mehr läuft? Das ist bei einer Postleitzahlen-Suche eher unkritisch. Aber zunehmend werden Branchenlösungen via Marktplätze wie Microsofts AppSource verbreitet und entsprechend eingesetzt. Hier ist der Verlust der App-Funktionalität schon deutlich kritischer zu sehen.

Um bei Microsoft als Beispiel zu bleiben: Zweimal im Jahr müssen die Systeme aktualisiert werden, unter ‚One Version‘ bietet Microsoft kontinuierlich über das Jahr verteilt Aktualisierungen an. Zwar soll eine Rückwärtskompatibilität sicherstellen, dass auch ältere Apps auf der aktuellen ERP-Version laufen, doch wie lange kann das aufrecht erhalten werden?

Probleme, die es bei OnPrem-Software nicht gibt

In der On-Premise-Zeit konnten sich Anwender besser schützen, beispielsweise durch die Überlassung des Quellcodes – oder durch das Ignorieren von Updates. Das einmal eingeschwungene System blieb unangetastet. In der Cloud ist zumindest dieser Weg verbaut.

Eine eher theoretische Sorge? Vielleicht, doch so wie Partner fusionieren oder sich auflösen, werden auch Cloud-Dienste eingestellt, wie Microsoft das mit der Microsoft Cloud Deutschland gemacht hat. Unternehmen, die auf dieser Plattform ihre CRM-Anwendung laufen haben, mussten umziehen.

Anwender sollten sich beim Softwarelieferanten absichern

Anwender sollten Punkte wie Dauer der Verfügbarkeit und Weiterentwicklung offensiv mit ihrem Partner / ISV diskutieren und sich weitestgehend absichern bezüglich der Weiterentwicklung der Anwendung. Und dabei auch direkt klären, wem die Low-Code-Entwicklungen eigentlich gehören, wem das Test-System gehört und wie bei Ärger mit dem Partner darauf zugegriffen werden kann. Partnerwechsel kommen vor, und darauf sollten Unternehmen vorbereitet sein.

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