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Yammer schlägt Sharepoint: Microsofts neue Social-Roadmap bevorzugt Cloud–doch Hintertür bleibt offen

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Sharepoint-Chef Jared SpataroErst vor wenigen Tagen befasste sich ein Gartner-Webcast mit Microsofts unklarer Positionierung bei seinen Social-Plattformen Yammer und SharePoint 2013. In einem neuen Blogbeitrag greift SharePoint-Chef Jared Spataro nun dieses Thema auf, indem er die nächsten Entwicklungsschritte bekanntgibt – und nebenbei auch Microsofts Social-Champion kürt: “Go for Yammer” heißt die neue Parole für die Kunden. Doch weil dafür offenbar eine breite Akzeptanz in der Kundenbasis fehlt, zieht er sich am Ende noch mit einem “Sowohl als auch” aus der Affäre.

Anlass für die Ankündigung war die aktuell stattfindende Microsoft-Konferenz Convergence in New Orleans, auf der es um Geschäftsanwendungen rund um die Dynamics-Plattform geht. Spataro stellte in der dortigen Office-Keynote-Ansprache noch einmal die Integration von Yammer mit Dynamics CRM vor. Unter dem neuen Slogan Social CRM sollen Unternehmen anhand von “Social-Feedback” besser mit ihren Kunden interagieren können. Wie schon in Las Vegas angekündigt soll Yammer aber mittelfristig in allen Produktsparten eingebunden werden. Den Anfang macht Office 365, und dazu gibt es nun ein paar neue Details:

Ab Sommer Yammer-Option in Office 365

Der Newsfeed in Office 365 kann ab Sommer durch den von Yammer ersetzt werdenFür Sommer ist eine neue Option in Office 365 angekündigt, bei der Kunden den SharePoint-Newsfeed gegen den von Yammer austauschen können. Um keine Verwirrung zu erzeugen, bleibt der globale Newsfeed-Schalter in der oberen Hauptnavigation erhalten, der Link dahinter hingegen führt je nach Konfiguration auf den SharePoint- oder den Yammer-Newsfeed.

Zusätzlich wird es eine Yammer-App im SharePoint Store geben, mit der Benutzer einen Yammer-Gruppen-Feed in ihre SharePoint-Sites einbauen können. Gleichzeitig hält Spataro fest, dass der SharePoint-Newsfeed die Standard-Vorgabe in Office 365 bleiben wird.

Im Herbst weitere Integrationsschritte

So soll die Integration von Yammer mit Office 365 und den Web Apps im Herbst aussehenIm Herbst soll eine tiefere Integration folgen – mit einheitlichem Login (Single Sign-On) und nahtloser Navigation. Yammer wird dann als Link in der Hauptnavigationsleiste erscheint. Auch funktional wird die Kooperation mit Office 365 ausgebaut. Zunächst fließen Office-Funktionen wie (Co-)Editieren von Office-Dokumenten in Yammer ein – über die Office Web Apps. Microsoft hat dazu bereits ein Bild montiert (links), das einen Vorgeschmack liefert.

Alle 90 Tage ein Update

Ab 2014 wird es alle 90 Tage ein Update bei den Social-Funktionen in Office 365 geben, weitere Integrationsschritte in den Bereichen E-Mail, Voice, Instant Messaging, Video und Geschäftsanwendungen sind in Aussicht gestellt. Dabei dürfte es sich vor allem um die Produktlinien Office, Lync, Skype, Exchange und Dynamics handeln.

Zugeständnisse an On-Premises-Kunden

Die für viele (Groß-)Kunden entscheidende Frage ist natürlich die der Yammer-Integration in den SharePoint Server. Microsoft will im Zuge des Sommer-Updates jene Kunden unterstützen, die in den eigenen SharePoint-Servern den Newsfeed gegen Yammer austauschen wollen. Als Brücke zwischen On-Premises-SharePoint-Sites und Yammer-Gruppen soll dabei die Yammer-App dienen. Updates für den SharePoint-Server wird es allerdings nicht im 90-Tage-Zyklus geben. Von Yammer-Neurungen wie Single-Sign-On oder der Office Web App-Anbindung sollen aber auch Kunden des SharePoint-Server profitieren.

Fazit: “Go for Yammer!” – oder sonst halt zu Sharepoint…

Schon im November gab Spataro die Parole “Go for Yammer” heraus. Trotz der zwischenzeitlich entstandenen Verunsicherung bei vielen Kunden erneuerte er nun diese Aussage, um Microsofts Marschrichtung zu unterstreichen. Yammer sei Microsofts große Wette in Sachen Cloud und Enterprise Social Networking, deshalb werde Yammer wie angekündigt als Social-Layer für allen Anwendungen ausgebaut.

Dass es damit nicht bei allen Kunden auf Begeisterung stößt, insbesondere bei den ganz großen Umsatzbringern, hat der SharePoint-Chef inzwischen aber auch zur Kenntnis genommen. Deshalb schiebt er am Ende seines Blogbeitrags schließlich doch noch ein großes “Aber” ein. In Anerkenntnis der Tatsache, dass einige Kunden niemals ihre IT in die Cloud verlagern wollen, werden die Redmonder weiterhin zweigleisig fahren. Den On-Premises-Kunden empfiehlt er sogar, beim SharePoint Newsfeed zu bleiben. Gleichzeitig gibt er auch noch ein klares Bekenntnis zur Weiterentwicklung des SharePoint Server und dessen Social-Funktionen ab.

Somit lautet das widersprüchliche Fazit: Microsoft bekennt sich klar zu seiner Cloud-Strategie und pusht alle Kunden mit Nachdruck Richtung Yammer. Wer dem nicht folgen möchte, braucht keinesfalls eine schlechtere Behandlung fürchten, da die SharePoint-Entwicklung bis auf weiteres wie gehabt vorangetrieben wird.

Nachtrag: “Übernahmen können verzwickt sein…”

Soweit zu den Fakten und Absichtserklärungen. Viel Raum für Interpretation bietet dann noch folgender Nebensatz am Ende von Spataros Beitrags: “Übernahmen können ein verzwicktes Geschäft sein…” Offenbar läuft bei der Integration von Yammer doch einiges nicht so rund wie verkündet, und die radikale Cloud-Ausrichtung von Yammer entwickelt eine Eigendynamik mit erheblichen Risiken. Insbesondere, wenn die Produktstrategie plötzlich unlösbare Konflikt mit den treuesten Kunden heraufbeschwört. Wir dürfen daher gespannt sein, wie es im Duell Yammer vs. SharePoint weitergeht.

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