Gartner-Marktübersicht: Sharepoint 2010 ist führend bei Social-Software für Unternehmen

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Gartners Magic Quadrant für Social Software in the Workplace Das Analystenhaus Gartner hat wieder einmal einen Magic Quadrant veröffentlicht. Thema des aktuellen Herstellervergleichs ist Social Software für den Unternehmenseinsatz – das letzte Ranking dazu liegt knapp ein Jahr zurück. Dem Urteil der Analysten zufolge führt Microsoft mit Sharepoint 2010 als “Leader” knapp vor Jive und IBM. Die Autoren greifen damit den Markttrend zu Social-Software auf, den inzwischen nicht mehr nur Spezialanbieter bedienen, sondern auch immer mehr große Hersteller von IT-Plattformen und Geschäftsanwendungen. Der ausführliche Bericht liefert unter anderem eine Marktdefinition sowie eine detaillierte Erläuterung der Stärken und Schwächen aller Hersteller. Hier eine Zusammenfassung der Highlights aus Sharepoint-Perspektive:

Zunächst einmal beschreiben die Autoren den Interessenschwerpunkt der Anwenderunternehmen im Bereich Social Software. Dieser umfasst Funktionen wie Community-Plattformen, Ideen- und Knowhow-Austausch, Kollaborationsmöglichkeiten, soziale Intranets, kollaborative Dokumentenbearbeitung sowie bessere Kommunikation. Die Kunden sollten sich laut Gartner zunächst klar machen, welche Aktivitäten sie unterstützen wollen, um den richtigen Anbieter mit dem passenden Produkt zu finden. Da geschäftliche Social Software auf längere Sicht das gesamte Unternehmen betreffen kann, sollte auch auf die Integration in die bestehende IT-Landschaft ein großes Augenmerk gelegt werden.

Die in die Studie aufgenommenen Anbieter lassen sich in drei Kategorien zusammenfassen:

  • Social-Application-Anbieter: Diese bieten dedizierte Social-Funktionen mit gelegentlichen Integrationsfunktionen für den Austausch mit anderen Systemen. Zu diesem Kreis zählen Atlassian, blueKiwi, Igloo, Jive, Moxie Software, MindTouch, Novell, Socialtext, Telligent und XWiki.
  • Enterprise-Plattform-Anbieter mit breiter Präsenz im Unternehmen, insbesondere in den Bereichen Portale, Contentmanagement, Anwendungsentwicklung, Workflow und Suche. Hierzu gehören Drupal-Acquia, Ektron, EPiServer, IBM, Liferay, Microsoft und OpenText.
  • Business-Applikationsanbieter mit Schwerpunkten wie Performance-Management, Kundenmanagement und Kundenservice wie Cornerstone, OnDemand, Mzinga, Saba, salesforce.com und SuccessFactors.

Definition und Features von Social Software

In der ausführlichen Erläuterung ihrer Methoden liefern die Autoren auch ihre Definition von Social-Software sowie eine Beschreibung der für Unternehmen wichtigsten Funktionen. Unter anderem können die Anwender damit:

  • persönliche Informationen von Mitarbeitern finden
  • die eigenen Netzwerke durchforsten nach Ratschlägen und Referenzen
  • Teams und informelle Gruppen bilden
  • an gemeinsamen Aufgaben arbeiten
  • Projekte kommentieren und diskutieren
  • Benutzer benachrichtigen über wichtige Ereignisse
  • auf relevante Dokumente und Informationen zugreifen

Warum Microsoft mit Sharepoint 2010 in der Spitzenposition als Leader gelistet wurde, begründen die Analysten damit, dass Microsoft über ein robustes Ökosystem sowie eine breite Marktpräsenz verfüge. Im Detail heißt das:

Stärken von Sharepoint:

  • Integration: Windows, Microsoft Office, Exchange, Lync und SharePoint sind eng integriert und erleichtern damit einer IT-Organisation die Arbeit in den Bereichen Training, Usability, Erweiterbarkeit und Management.
  • Funktionalität: Mit allen Tools, Komponenten und Services aus dem Sharepoint-Ökosystem sowie den integrierten Funktionen wie Content-Management, Suche, Portal und Kollaboration bietet Sharepoint im Marktvergleich das breiteste Spektrum an Möglichkeiten.
  • Entwicklungsfähigkeit: Basierend auf dem Input von Gartner-Kunden rechnen die Analysten damit, dass deutlich mehr Unternehmen Kollaborations- und Social-Lösungen mittels Sharepoint (und der Sharepoint-Komponente von Office 365) realisieren werden als mit einer der konkurrierenden Plattformen. Dieser Umstand hilft Microsoft, Premiumpreise zur verlangen, was wiederum die Entwicklung und das Marketing fördern und die Marktposition stabilisieren wird.

Schwächen von Sharepoint:

  • Abhängigkeiten: Während die einen die Möglichkeiten von Sharepoint loben, warnen andere vor dem höheren Anpassungsaufwand. Zu viele Funktionen sind nur mit Anpassung und Programmierung nutzbar, das Managen der Sicherheit und der Lizenzen gestaltet sich komplexer als es sich viele Anwender wünschen.
  • Funktionalität: Die Bedienoberfläche ist nicht besonders intuitiv für Nutzer, die nicht oft Inhalte publizieren, und die Implementierung von Activity-Streams ist deutlich schwächer als die der meisten Konkurrenzprodukte.
  • Integration: Falls Sharepoint in der Online-Variante aus Office 365 genutzt wird, stehen weniger Funktionen als in der On-Premises-Version zur Verfügung. Die Integrationsmöglichkeiten mit anderen Systemumgebungen sind begrenzt bis unmöglich.

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