M365 Summit 2026: Copilot kommt in der Realität an
Gestern ging die dritte Ausgabe des M365 Summits in Mainz zu Ende. Der Fokus der Konferenz lag – dem aktuellen Markttrend folgend – auf KI-Lösungen im Microsoft-Kontext und deren geschäftliche Einsatzszenarien. Rund 700 Teilnehmern konnten aus 65 Vorträge aus fünf parallelen Bühnen auswählen.
Der Summit war wieder Treffpunkt für viele Anwender und Experten aus allen Branchen im deutschsprachigen Raum, von Industrie über Energieversorgung, Handel und Finanzdienstleistungen bis zu Non-Profit-Organisationen.
Copilot in der zweiten Phase: von der Einführung zur Wirkung
Die Leitfrage der Konferenz lautete in diesem Jahr nicht mehr „Was kann Copilot?“, sondern „Wie holen wir echten Mehrwert für das Geschäft heraus. Die Microsoft-KI-Plattform befindet sich inzwischen überall im Einsatz, wenn auch in sehr unterschiedlichen Verbreitungsgraden. Wenn es um die Frage nach dem messbare Nutzen geht, sind die Ergebnisse sehr gemischt.
In einem Vortrag beispielsweise wurde vorgerechnet, wie schnell ungenutzte Lizenzen Millionenbeträge kosten. Ein anderer beschrieb das reflexhafte Muster vieler Projekte: Lizenzen verteilen, Champions benennen, ein paar Agenten bauen, fertig. Aus Vorträgen, Workshops und Standgesprächen kristallisierten sich drei Antwortmuster heraus: Es liegt an den Menschen, an den Daten und an der Governance. Keine davon lässt sich an die IT delegieren.
Copilot-Skalierung ist ein organisatorisches Projekt
Eine der am häufigsten genannten Ursachen für ausbleibenden Erfolg lautete fehlende Befähigung. Während Lizenzen binnen Sekunden zugewiesen sind, dauert das Erbringen brauchbarer Ergebnissen Wochen. Tool-Kompetenz, so war oft zu hören, stand bei Microsoft 365 bisher im Fokus. Mit Copilot ist sie nur noch die Eintrittskarte.
Die Empfehlungen ähnelten sich über alle Vorträge: Rollout in Wellen statt als Big Bang, Führungskräfte zuerst, konkrete Anwendungsfälle je Abteilung statt allgemeiner Prompt-Schulungen. Ein Energieversorger zeigte, wie er so mehr als 1.000 Mitarbeiter ohne Hype begleitet hat. Der Tenor: Skalierung ist weniger ein technisches als ein organisatorisches Projekt.
Copilot ist nur so gut wie die Daten darunter
Ein weiteres Schwerpunktthema war die Datenqualität als Voraussetzung für KI-Einsatz. SharePoint, Teams und Planner werden genutzt, trotzdem findet Copilot in solchen Umgebungen aber nicht das Richtige.
Zwei Ansätze dominieren hier die Debatte. Der eine setzt auf Struktur, mit Metadaten, Content-Typen und Informationsarchitektur. Die andere präferiert Aufräumen gegenüber Organisieren. Denn veraltete Dateien werden mit Metadaten nicht besser, stattdessen verfälscht das die Ergebnisse der KI. Fazit hier: Berechtigungen sollten vor dem Copilot-Rollout geprüft werden, bevor Gehaltslisten oder Standortpläne für alle sichtbar werden.
Jenseits von Copilot: Security, SharePoint, Power Platform
Neben dem Leitthema füllten die klassischen Microsoft 365-Disziplinen die Bühnen. Bei Security ging es um in erster Linie um Defender, Data Loss Prevention, sichere Teams-Federation und DMARC. Der Bereich SharePoint wurde behandelt als Wissensplattform und Intranet, sowie als Datenbasis für Copilot und Agenten. In den Sessions zur Power Platform ging es um Governance und Skalierung.
Nächster M365 Summit in Koblenz
Den M365 Summit wird auch im nächsten Jahr wieder zur gleichen Zeit stattfinden, dann jedoch in Koblenz statt in Mainz.

