Microsoft ändert seine Cloud-Lizenzen, um kartellrechtlichen Ermittlungen der EU zu entgehen

Seit 2019 verlangt Microsoft mehr Lizenzgebühren für On-Premises-Software, wenn sie anstatt auf Microsoft Azure bei alternativen Cloud-Anbietern wie Amazon AWS oder Google gehostet wird. Nach dem Protest einiger Hoster und Kunden bei der EU lenken die Redmonder ein und schaffen diese Ungleichbehandlung nun weitgehend ab.

Im Kern geht es um den Betrieb von Produkten wie Windows Server, Windows-Clients und Office auf virtualisierten Umgebungen. Immer mehr Unternehmen verlagern Infrastruktur und Anwendungen auf virtuelle Maschinen in der Cloud, um sich die Kosten für teure Hardware-Umgebungen zu sparen.

Die Möglichkeiten des Hostings von Microsoft-Systemen und Anwendungen auf externen Clouds sind vielfältig.

Diese Migrationsbewegung von eigener Hardware auf Hosting-Umgebung würde Microsoft gerne stärker in die eigenen Rechenzentren lenken. Um deshalb die Kunden und Partner stärker an die eigene Azure-Plattform zu binden, wurden 2019 die Preise für den Betrieb in externen Clouds erhöht. Daraufhin protestierten einige Provider bei der EU und forderten kartellrechtliche Ermittlungen.

Um dem zu entgehen, reagierte Microsoft mit einem Maßnahmenprogramm, das Vorstandsmitglied Brad Smith Ende letzter Woche in Brüssel vorstellte. Seine Kernaussagen dazu waren:

  • Software Assurance wird erweitert, so dass Kunden ihre Lizenzen bei jedem europäischen Cloud-Provider nutzen können, so wie bisher auf Azure.
  • Wir vertiefen unsere Partnerschaft mit europäischen Cloud-Hostern, damit die Kunden auch dort Support für unsere Produkte erhalten.
  • Wir anerkennen die Regulierungen von Technologie durch europäische Regierungen und unterstützen diese Aktivitäten.

 

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