Copilot wird zum Betriebssystem für die Arbeit: Viele neue Funktionen mit Home, Code und Autopilot
Microsoft hat in der vergangenen Woche umfassende Aktualisierungen seiner Copilot-Plattform bekanntgegeben. Die Copilot-App wird nun in die drei Bereiche Home, Code und Autopilot strukturiert. Außerdem sind Copilot in SharePoint und OneDrive nun allgemein verfügbar. Hinzu kommt mit Copilot Credits ein hybrides, verbrauchsorientiertes Abrechnungsmodell.
Vom Chat-Assistenten zum Betriebssystem für die Arbeit
Bereits in der Vorwoche hat Microsoft CEO Satya Nadella die strategische Bedeutung der Plattform betont. Copilot diene zukünftig als „Betriebssystem für die Arbeit“. Es soll der zentrale Ort sein, an dem Anwender fragen, delegieren, bauen und automatisieren. Vom bisher reinen Chat-Werkzeugs mutiert er zur agentischen Schicht über dem Microsoft-365-Stack.
Die drei neuen Copilot-Bereiche gliedern sich wie folgt:
- Home als Office-Editor: Was bisher nur ein Chat-Interface war, wird nun zu „Chat mit Cowork“. Die KI-App soll so zum zentralen Einstiegspunkt für die Büroarbeit mutieren. Vor allem die Arbeit mit Office dürfte sich damit drastisch verändern. Während Copilot bisher der Assistent in der Seitenleiste war, stehen zukünftig mit „Office in Copilot“ Word, Excel und PowerPoint direkt im KI-Chat zur Verfügung. Der Chat wird damit zum Office-Editor, auch bestehende Dokumente, Arbeitsmappen und Präsentationen können bearbeitet werden.

- Code fürs „Chat-Programmieren“: Das KI-basierende Programmieren – auch Vibe-Coding genannt – fand bisher in GitHub Copilot statt. Nun wird die Programmierumgebung direkt in Copilot eingebettet. Dabei läuft sie in einer abgeschotteten Umgebung innerhalb des eigenen Tenants. Die Schwelle fürs Programmieren wird damit deutlich gesenkt, indem Nutzer die gewünschten Funktionen in natürlicher Sprache eingeben und Copilot daraus die Lösung baut.

- Autopilot: Hierbei handelt es sich um einen dauerhaft laufenden Agenten, der über eigene Identität, eigenen Speicher und Arbeitsbereich im Tenant verfügt. Er lässt sich per @Erwähnung wie ein Kollege ansprechen und arbeitet eigenständig weiter, etwa um einen Lieferantenprüfungsprozess samt Terminplanung und Nachfassen abzuwickeln.
Ein genauer Rollout-Zeitplan wurde noch nicht genannt. Schnellen Zugriff erhält man über das Frontier-Programm. Home und Code sollen in den kommenden Wochen starten, Autopilot läuft in einer „private Preview“.
Copilot in SharePoint und OneDrive verfügbar
Der ursprüngliche Name lautete „AI in SharePoint“, danach hieß es „Copilot in SharePoint“. Seit dieser Woche ist Copilot in SharePoint allgemein verfügbar, parallel dazu auch der technisch identische Copilot in OneDrive. Copilot Search wird zur Standard-Suche für Copilot-lizenzierte Nutzer.
Neues Abrechnungsmodell mit Copilot Credits
Auch aus kaufmännischer Sicht gibt es signifikante Neuerungen. Microsoft führt zwei Abrechnungsarten ein, von denen die eine, die „Alltägliche KI“, wie bisher über die Nutzerlizenz zu festem Preis angeboten wird. Daneben läuft die agentische Arbeit über nutzungsbasierte Abrechnung mit Copilot Credits. Unter dieses Modell fallen Cowork, Code, Autopilot sowie Frontier-Modelle wie Astra und Fable.
Begleitend führt Microsoft „FinOps for AI“ ein: Administratoren steuern Ausgabenrichtlinien zentral, leiten Credit-Anfragen in bestehende Freigabe-Workflows und legen fest, welche Modellfamilien welchen Nutzergruppen zur Verfügung stehen. Endnutzer sehen ihren Verbrauch und das Restguthaben direkt in Copilot.
Weitere Ankündigungen im Überblick
- „Today“ – proaktives Kommandozentrum für Mail, Kalender, Teams und Aufgaben (private Preview ab Oktober, später in Outlook und Teams)
- @Copilot in Teams – teilt Kontext und Berechtigungen eines Kanals oder Meetings (private Preview Ende des Monats)
- Copilot Managed Runtime – Hosting-Infrastruktur im eigenen Tenant (Preview)
- Erweiterter Geschäftskontext – Microsoft IQ und Fabric IQ, Erdung aus Dynamics 365 und Power Platform, zentrale Plugin-Registry
- Credit-pflichtige SharePoint-Funktionen – Bildgenerierung in Dokumentbibliotheken, KI-Site-Analytics, Metadaten-Autofill nahezu in Echtzeit
Weitere Informationen:
Details zu den Neuerungen mit Videos finden sich im offiziellen Microsoft-Blog sowie im SharePoint-Blog der Microsoft Tech Community.

