Bezeichnungs-Wirrwarr: Was genau umfasst Microsoft 365, und wo gibt es noch Office 365?

Was genau ist eigentlich der Unterschied zwischen Microsoft 365 und Office 365? Vielfach kursiert ja die Annahme, dass Microsoft die alte Marke Office 365 eins zu eins durch Microsoft 365 ersetzt hat. Das stimmt aber nur zum Teil, denn weiterhin existieren Office 365-Pläne, und die Grenze zu Microsoft 365 wirkt unklar. Hier der Versuch einer Begriffsklärung:

Office 365 feiert in diesem Jahr seinen zehnten Geburtstag, Microsoft 365 gibt es seit Juli 2017. Ab 2019 ist Microsoft dazu übergegangen, immer mehr Dienste mit dem Etikett Microsoft 365 zu versehen. Auf der Ignite-Konferenz im November 2019 fiel vielen Konferenzbesuchern auf, dass in allen Vorträgen fast nur noch von Microsoft 365 gesprochen wurde. Dabei fand bis zu diesem Zeitpunkt keine offizielle Umbenennung statt, wo doch normalerweise Markeneinführungen immer mit großem Marketing-Trara begleitet werden.

Microsoft 365 und Office 365 sind nicht deckungleich

Im Kunden- und Partnerumfeld stiftet das bis heute eine gewisse Verwirrung. Einerseits denken viele, dass Microsoft 365 die alte Bezeichnung komplett ersetzt. Gleichzeitig taucht die Marke Office 365 an vielen Stellen im Programm weiter auf. In einem aktuellen Blogbeitrag hat Natalie Frith das konfuse Branding nun etwas auseinandergedröselt und beschreibt die aktuelle Systematik.

Definition Office 365: Eher Server und Lizenzpläne

Zunächst einmal lässt sich festhalten: Office 365 ist das Cloud-Ökosystem für die Office-Server Exchange Online, SharePoint Online und Skype for Business Online. Dazu kommen die Komponenten Azure AD und Teams, die alle Bestandteil von Lizenzplänen wie Office 365 E3 und E5 sind. Microsoft adressiert damit nur Geschäftskunden.

Definition Microsoft 365: Breiteres Ökosystem

Microsoft 365 repräsentiert nicht nur eine Markenstrategie, sondern auch eine Lizenz-Strategie.

Microsoft 365 ist das weiter gefasst Ökosystem für Cloud-Produktiviät, das Bereiche wie Information Governance, Information Protection, Compliance und Viva umfasst. Obwohl einige Microsoft 365-Funktionalitäten von Office 365 E5 abgedeckt sind, werden für viele Funktionen zusätzliche Lizenzen benötigt. Viva Topics zum Beispiel basiert auf SharePoint Online, verlangt aber eine zusätzliche Lizenz pro Benutzer.

Microsoft trägt seinen Teil dazu bei, die Verwirrung stellenweise zu verstärken, indem es etwa Microsoft 365-Päne für mittelständische Unternehmen verkauft, die Bestandteile von Office 365-Plänen enthalten.

Der ursprüngliche Umfang von Microsoft 365

Eigentlich fiel die ursprüngliche Beschreibung von Microsoft 365 beim Start 2017 noch sehr übersichtlich aus:

  • Office 365 Enterprise (E3 and E5)
  • Enterprise Mobility and Security
  • Windows 10 Enterprise

Weil sich das Paket erfolgreich verkaufte, übernahm Microsoft den Namen für immer mehr Bundles. So wurde etwa aus dem Office Pro Plus-Abo für die Office-Desktop-Clients Microsoft 365 Apps for Enterprise.

Grenzziehung zwischen Office 365- und Microsoft 365-Diensten  im Überblick

Office 365 hat weiter seine Berechtigung und steht normalerweise für Server und Funktionen aus den Plänen Office 365 E3 und E5.

Nachdem es eine Weile so aussah, als würde jedes neue Produkt mit dem Microsoft 365-Präfix versehen, konnte sich Microsoft bis heute nicht zu einer durchgängige Umbenennung durchringen. Aktuell finden wir ein Nebeneinander von beiden Markenbezeichnungen vor, die teilweise inkonsistent wirken. Der aktuelle Stand lässt sich so beschreiben:

  • Office 365 ist ein Lizenzplan, der vorwiegend an Geschäftskunden verkauft wird.
  • Geschäftliche Office 365-Dienste wie Exchange Online, SharePoint Online, Teams, Planner und OneDrive for Business laufen innerhalb eines Microsoft 365-Tenants.
  • Tenants, die Office 365-Dienste einsetzen, können optional Microsoft 365 Funktionen wie Information Governance und Information Protection integrieren.
  • Tenants können auch andere Microsoft-Cloud-Dienste einbinden, die nicht unter Microsoft 365 laufen, wie Viva Topics, SharePoint Syntex und Microsoft Cloud App Security.
  • Kommerzielle Office 365-Dienste greifen auf viele andere Teile der Microsoft Cloud-Infrastructure zu, wie Azure Key Vault und Azure Active Directory (AAD). Teams nutzt viele Azure Microservices.
  • Microsoft 365 repräsentiert nicht nur eine Markenstrategie, sondern auch eine Lizenz-Strategie, die alle Kundensegmente von Konsumenten über Mittelstand bis Großunternehmen adressiert.

Office 365 hat weiter seine Berechtigung

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Bezeichnung Office 365 durchaus weiter ihre Berechtigung hat, und normalerweise für Server und Funktionen aus den Plänen Office 365 E3 und E5 steht.

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