Microsoft reagiert auf Office-Telemetrie-Kritik: Office 365 ProPlus bekommt Auswahlmenü für Diagnosedaten

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Nach dem Gutachten der holländischen Regierung und der Kritik des deutschen Anwenderverbands mbuf reagiert Microsoft nun in Sachen Office-Telemetriedaten. Die Client-Suite Office 365 ProPlus bekommt neue Datenschutzeinstellungen, um so den Anwendern die Kontrolle über die Weitergabe von Diagnosedaten nach Redmond zu ermöglichen.

Microsoft betont erneut, dass die übertragenen Diagnosedaten aus den Office-Anwendungen einzig dazu dienen, mögliche Fehler und Sicherheitsprobleme in Apps zu erkennen und die Produkte zu verbessern. Da das Gutachten der holländischen Regierung vom Herbst allerdings auch die Weitergabe von persönlichen Daten feststellte, und somit mögliche Konflikte mit den EU-Datenschutzgesetzen drohten, sah sich Microsoft wohl zu Korrekturen veranlasst.

Die neuen Diagnose-Einstellungen im Detail:

Die Lösung sieht zukünftig folgende drei Stufen der Erhebung von Diagnosedaten für die Nutzer in den Office-Einstellungen vor:

  • Erforderliche Daten: Gesendet werden nur die erforderlichen Daten, um Office sicher, aktuell und auf dem jeweiligen Gerät fehlerfrei am Laufen zu halten.
  • Optionale Daten: Zusätzliche Informationen, die der Produktverbesserung nützen, und die beim Entdecken, Diagnostizieren und Beseitigen von Problemen helfen.
  • Keine von beiden: Es werden keinerlei Diagnosedaten am Endgerät gesammelt und an Microsoft gesandt.

Vorerst gelten die Änderungen für Access, Excel, OneNote, Outlook, PowerPoint, Publisher und Word. In Zukunft werden weitere Office-Clients miteinbezogen, darunter Teams, Office für Mac und mobile Anwendungen. Microsoft betont, dass die Diagnosedaten keine Nutzernamen, E-Mail-Adressen oder Inhalte aus Office-Dateien enthalten. Das System erzeugt demnach eine einmalige anonyme ID, die mit den Daten verknüpft wird.

Zu den „Erforderlichen Diagnosedaten“ gehören zum Beispiel Informationen über die installierte Office-Version, oder Informationen über Abstürze im Zusammenhang mit Dokumententypen. Die „Optionalen Diagnosedaten“ können Informationen enthalten wie die Zeit für das Speichern eines Dokuments. Microsoft will in den nächsten Wochen mehr Informationen über die Datenerfassung der Telemetrie liefern.

Globale Einstellungen per Gruppenrichtlinien

Administratoren können die neuen Einstellungen über Gruppenrichtlinien umsetzen. Einzelne Nutzer können für ihr jeweiliges Gerät keine Einstellungen vornehmen, solange sie über das Organisationskonto bei Office angemeldet sind. Solange keine Einstellungen vorgenommen werden, werden Diagnosedaten weiterhin an Microsoft geschickt.

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